APA - Austria Presse Agentur

China entsendet drittes Ärzteteam nach Italien

25. März 2020 · Lesedauer 3 min

China unterstützt das vom Coronavirus schwer betroffene Italien weiter. Aus Fujian startete eine Maschine mit einem dritten Team von Experten und Ärzten in Richtung Mailand, um Italien im Kampf gegen die Epidemie zu unterstützen, berichteten Medien am Mittwoch. In Italien sind über 54.300 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 6.820 Menschen starben daran.

An Bord befanden sich acht Tonnen medizinisches Material, das von Fujian gespendet wurde. Dazu gehörten 30 Beatmungsgeräte, 3.000 Schutzanzüge und 300.000 Atemschutzmasken. "Italien benötigt in dieser Phase 100 Millionen Atemschutzmasken im Monat und tausende Beatmungsgeräte. Wir arbeiten hart mit den Botschaften aller Welt zusammen und haben einen Vertrag für die Lieferung von 100 Millionen Atemschutzmasken unterzeichnet, die Ende dieser Woche eintreffen", sagte Außenminister Luigi Di Maio in einem TV-Interview mit RAI 2 am Dienstagabend.

Di Maio dankte den Ländern, die Italien im Kampf gegen die Epidemie aktiv unterstützen. Seinen Dank richtete er unter anderem an Deutschland, das in seinen Krankenhäusern einige italienische Patienten aufgenommen hat.

Der lombardische Präsident Attilio Fontana bezeichnete die Epidemie als "epochales Ereignis", das das Leben der Menschen zutiefst ändern wird. "Dieses Ereignis hat mich zutiefst getroffen. Niemand hätte sich ein solches Ereignis vorstellen können. Ich habe zu viele Lombarden sterben sehen: Das halte ich für absolut ungerecht und unglaublich", sagte Fontana im Interview mit RAI 2 am Dienstagabend.

Wie lange sich die Italiener noch an die Ausgangssperre halten müssen, kann die italienische Regierung nicht einschätzen. Auf die Frage, ob sie Ostern zu Hause verbringen werden müssen, antwortete der italienische Premier Giuseppe Conte, alles hänge von der Entwicklung der Infektion ab. Er rechne nicht mit einem Ende der Epidemie in wenigen Tagen, aber auch nicht in den nächsten Monaten, sagte der Premier in einem TV-Interview am Dienstagabend.

Die Dimension der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind in Italien schwer einschätzbar. "Wir erleben eine präzedenzlose Krise. Sie ist aber vorübergehend und wir werden sie bewältigen", sagte Notenbankchef Ignazio Visco.

Papst Franziskus dankte indes bei der Frühmesse im Gästehaus Santa Marta den Ordensschwestern, die im Kampf gegen die Epidemie den Kranken zur Seite stehen. Oft würden sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Einige von ihnen seien gestorben, sagte der Papst bei der per Streaming übertragenen Messe.

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und der Infizierten in Italien ist am Dienstag erneut angestiegen. 743 zusätzliche Todesopfer wurden gemeldet. Der Zuwachs war damit höher als in den vergangenen zwei Tagen. Die Gesamtzahl der Todesopfer wegen des Covid-19-Virus in Italien stieg damit auf 6.820. Die Zahl der Infizierten kletterte unterdessen von 50.418 auf 54.303. 3.393 Patienten befinden sich auf Intensivstation, das sind sechs Prozent aller Infizierten. Italien ist das weltweit am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land.

Quelle: Agenturen