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Causa Teichtmeister: Verband Filmregie solidarisiert sich mit Kreutzer

17. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der Fall Florian Teichtmeister bringt Aufruhr in die österreichische Filmindustrie. Der Verband Filmregie bittet um Differenzierung und solidarisiert sich jetzt öffentlich mit "Corsage"-Regisseurin Marie Kreutzer.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend. Der "Corsage"-Schauspieler Florian Teichtmeister soll 58.000 Mediendateien, auf denen Darstellungen sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern zu sehen ist, besessen haben. 

In den vergangenen Tagen kam es häufig zu Kritik an dem Film "Corsage", in dem Teichtmeister zuletzt Kaiser Franz Joseph gespielt hatte. Kritiker:innen sprachen davon, dass die Beteiligten an dem Film, schon länger von den Vorwürfen gewusst hätten. "Corsage" ist nach wie vor Kandidat für den Auslands-Oscar.

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Jetzt äußert sich der Verband Filmregie Österreich zu dem Fall. "Gewalt an und Missbrauch von Kindern ist in jeder Form zu verurteilen und es ist gut und wichtig, dass Missbrauchsfälle aufgezeigt und angezeigt werden", heißt es in einer Aussendung. "Es darf nichts beschönigt, relativiert oder vertuscht werden."

Differenzierung gefordert

Der Verband erklärt jedoch auf, dass es mit "bestehenden Werken, in denen Straftäter oder potentielle Straftäter mitgewirkt haben" noch keinen einheitliche Umgangsweise gebe. "Es ist eine Gratwanderung, die Opfer zu schützen, die Täter nicht zu schonen und dennoch die Arbeit vieler Unbeteiligter nicht in Kollektivhaftung zu nehmen", heißt es weiter.

Die Unterzeichner:innen erklären, dass sie den "diffamierenden Vorwurf, alle hätten alles gewusst" vehement zurückweisen. "Wir sind erschüttert, dass ein feministischer Film, der Machtverhältnisse und Rollenbilder hinterfragt, der international für seine visuelle Kraft und seinen Inhalt gewürdigt wird, wegen der Taten eines Mannes aus dem Kinoprogramm genommen und dadurch dem Täter eine Macht gegeben wird, die ihm nicht zusteht", schreiben sie.

Solidarität mit Kreutzer

Der Filmverband Regie erklärt sich darum "solidarisch mit den Produzent:innen der FilmAG und der Filmemacherin Marie Kreutzer, wie auch mit allen anderen Mitwirkenden, in ihren Bestrebungen, den Film und ihre Arbeit von den strafbaren und zutiefst zu verurteilenden Handlungen eines Darstellers zu trennen". 

Unterzeichnet wurde der Brief etwa von den Autor:innen Elfriede Jelinek, Arno Geiger und Eva Menasse und dem Regisseur David Schalko. 

Quelle: Redaktion / mbe