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Butscha: Russische Soldaten besprachen Gräueltaten via Funk

07. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Bundesnachrichtendienst in Deutschland (BND) hat laut einem Medienbericht den Funkverkehr mutmaßlicher Täter abgehört. Die Gräueltaten gehören demnach zur Strategie der russischen Armee.

Der Auslandsgeheimdienst in Deutschland hat laut einem Bericht des "Spiegel" Funksprüche des russischen Militärs abgehört, in denen die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in der Ukraine besprochen wurden. "Einzelne der Funksprüche sollen sich auch in Butscha fotografierten Leichen zuordnen lassen", schreibt der "Spiegel".

Während die russische Propaganda weiterhin von einer ukrainischen "Inszenierung" spricht, wurde diese bereits durch US-Satellitenaufnahmen widerlegt – nun auch durch die abgefangenen Funksprüche. In einem Funkspruch soll ein Soldat einem anderen mitteilen, dass er und seine Kollegen eine Person von ihrem Fahrrad geschossen haben – so ein Bild ging die letzten Tage um die Welt. "In einem anderen Funkspruch soll ein Mann sagen: Man befrage Zivilisten zunächst, dann erschieße man sie", heißt es in dem Bericht.

Wagner Gruppe

Aus den abgefangen Funksprüchen soll auch hervorgehen, dass Mitglieder der berüchtigten "Wagner Gruppe" an den Gräueltaten beteiligt waren.

Teil der russischen Strategie?

Laut dem "Spiegel" legen die Aufnahme nahe, "dass es sich weder um Zufallstaten handele noch um Aktionen einzelner aus dem Ruder gelaufener Soldaten". Offenbar unterhielten sich die Soldaten über die brutalen Taten "wie über ihren Alltag".

Das deute darauf hin, dass Morde an Zivilisten "Teil des üblichen Handelns der russischen Militärs geworden seien, möglicherweise sei es Teil einer klaren Strategie". Man wolle damit Angst und Schrecken verbreiten und den Widerstand brechen.

Quelle: Redaktion / moe