APA/APA/HANS KLAUS TECHT/HANS KLAUS TECHT

Burgenland bekommt heuer eine ME/CFS-Anlaufstelle

Heute, 11:23 · Lesedauer 3 min

Im Burgenland wird im Laufe des Jahres eine ME/CFS-Anlaufstelle eingerichtet. Eine Pilotgruppe für maximal zehn Personen soll noch im ersten Quartal verwirklicht werden und eine bedarfsorientierte Betreuung ermöglichen, die sowohl ambulant als auch stationär stattfinden kann, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Als Standort ist Bad Tatzmannsdorf (Bezirk Oberwart) vorgesehen.

Für Doskozil ist die Anlaufstelle, die auch im rot-grünen Regierungsprogramm festgeschrieben ist, ein wichtiger Schritt: "ME/CFS zeigt eindringlich, dass Angebote mit den Bedürfnissen der Bevölkerung mitwachsen müssen. Der Leidensdruck der Betroffenen ist enorm - deshalb handeln wir entschlossen und schaffen Strukturen, die medizinisch fundiert sind, und wir setzen konkrete Maßnahmen, um Betroffenen gezielt zu helfen", betonte er. Im Vordergrund stehe ein gesamtheitlicher Zugang, der durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen sowie Ergo- und Physiotherapeuten gewährleistet werden soll.

Erste Angebote zur Unterstützung von Betroffenen gibt es im Burgenland bereits. Unter anderem steht dafür der Psychosoziale Dienst zur Verfügung, und das Reduce Ressort Bad Tatzmannsdorf bietet ein "Modul Long Covid" zur Regeneration an.

Das Burgenland ist damit neben Salzburg und der Steiermark ein weiteres Bundesland, das bereits 2026 eine solche Behandlungsstelle erhalten wird. In Salzburg wurde im Dezember ein Konzept für eine Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) wie Long Covid oder ME/CFS präsentiert. Neben den ersten Ansprechpartnern im hausärztlichen Bereich wird für weiterführende Diagnostik am Tauernklinikum Zell am See (Pinzgau) eine Anlaufstelle eingerichtet. Ebenfalls noch heuer soll eine entsprechende Stelle in der Steiermark entstehen. Für das u.a. vom früheren Rektor der Med-Uni Graz Josef Smolle erstellte Konzept werden im ersten Quartal 2026 erste Umsetzungsschritte erfolgen, hieß es im November.

Auch Wien hat bereits die Einrichtung eines PAIS-Kompetenzzentrums angekündigt. In der Bundeshauptstadt soll die Umsetzung bis Ende 2028 erfolgen, ein Probebetrieb soll Anfang 2027 starten. In Vorarlberg hieß es zuletzt im Dezember nach einer Sitzung der Landeszielsteuerungskommission, es sei eine Weiterentwicklung der bestehenden Koordinationsstelle Long Covid am Landeskrankenhaus Hohenems zu einem integrierten Versorgungsnetzwerk für PAIS vorgesehen.

Auch in Niederösterreich soll es bereits Planungen für ein Betreuungsprojekt geben, hieß es am Dienstag bei einem Stakeholder-Meeting der WE&ME-Stiftung der Familie Ströck, die sich der Erforschung der Multisystemerkrankung ME/CFS widmet. Angekündigt wurde dort auch ein Betreuungsangebot der Caritas Socialis ab dem zweiten Quartal 2026 unter dem Titel "NORDLICHT - Pflege und Betreuung für Menschen mit ME/CFS".

Zusammenfassung
  • Im Burgenland wird im Laufe des Jahres eine ME/CFS-Anlaufstelle in Bad Tatzmannsdorf eingerichtet, wobei eine Pilotgruppe für maximal zehn Personen noch im ersten Quartal startet.
  • Die Betreuung in der neuen burgenländischen Einrichtung soll ambulant und stationär durch ein multiprofessionelles Team erfolgen, wobei der ganzheitliche Ansatz und die bedarfsorientierte Unterstützung im Vordergrund stehen.