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Bluttat in Piesendorf: Ex-Mann geständig

15. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Der 41-jährige Ex-Mann der erstochenen 30-Jährigen aus Piesendorf hat die Tat am späten Sonntagvormittag offenbar gestanden.

Die Polizei hatte ihn bereits vorher als dringend tatverdächtig eingestuft, konnte bis vor kurzem aber keine weiteren Angaben zum laufenden Verhör machen. Über seinen Anwalt ließ der Tatverdächtige nun im ORF ausrichten, er habe im Affekt gehandelt. Seine erstochene Ex-Partnerin habe ihn erpresst und gedemütigt.

Samstagvormittag hatte sich der zuvor flüchtige Piesendorfer der Polizei gestellt, Ermittler des Landeskriminalamtes begannen noch am Nachmittag mit dem Verhör. Am Freitag war in der Pinzgauer Gemeinde eine Frauenleiche aufgefunden worden. Gegenüber dem ORF gab Strafverteidiger Franz Essl an, sein Mandant habe sich "nicht auf sein Aussage-Verweigerungsrecht berufen, sondern hat geschildert, wie es zu dem tragischen Ereignis gekommen ist".

Anwalt: "Ausweglose Situation" 

Essl sprach von einer "ausweglosen Situation" und "hoffnungsloser Verzweiflung", in der sich der mutmaßliche Täter befunden habe. Seit mehreren Wochen sei es aufgrund der bevorstehenden Trennung zu wiederkehrenden Auseinandersetzungen gekommen. Ein heftiger Streit um die Trennungsmodalitäten eskalierte schließlich am Freitag. Laut Angaben des Strafverteidigers habe die zweifache Mutter vor der Tat angekündigt, die gemeinsamen Unternehmungen übernehmen zu wollen. Unter anderem habe dies die gemeinsamen Pachtverträge zweier Lokale und eines Schwimmbadbuffets betroffen. Die Tat sei aus dieser emotionalen Ausnahmesituation heraus entstanden, weshalb der Verteidiger auf Totschlag im Affekt plädiert, im Fachjargon bezeichnet als "allgemein begreifliche heftige Gemütsbewegung".

Stichwunden und Würgemale 

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen bei der Obduktion am Körper des Opfers mehrere Stichwunden und Würgemale entdeckt worden sein. Die Polizei konnte auf APA-Nachfrage Sonntagmittag keine offiziellen Informationen zur Verfügung stellen. Laut ORF stellten die Ermittler im Gästehaus, in dem die Leiche von Angehörigen aufgefunden wurde, zwei Messer sicher. Wie außerdem nun bekannt wurde, war die Mutter zweier Kinder bereits in der Vergangenheit Opfer von Gewalttaten geworden.

"Im Vorfeld der Tat kam es bereits zu gefährlichen Drohungen, beharrlichen Verfolgungen und einer schweren Körperverletzung durch den 41-Jährigen", so die Polizei in einer Aussendung. Erst Mitte April wurde ein behördliches Betretungsverbot gegen den Verdächtigen verhängt. Ende April erfolgte schließlich auf Antrag der 30-Jährigen eine einstweilige Verfügung durch die Justiz.

Quelle: Agenturen