Bisher mindestens 33 Tote bei Überschwemmungen in Pakistan
Man habe 760.000 Menschen evakuieren müssen, sagte Mazhar Chaduhary, ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde der Provinz Punjab. Laut Chaduhary stehen mehr als 2.000 Dörfer durch den angestiegenen Pegel der Flüsse Chenab, Sutlej und Ravi unter Wasser.
Für die betroffenen Gegenden in Punjab und die südliche Provinz Sindh wurden Hochwasserwarnungen ausgesprochen. In den nächsten 24 Stunden werden heftige Regenfälle erwartet.
Zahlreiche Menschen harren indes in Notunterkünften aus. In Chung am Stadtrand von Lahore wurden Zelte für die Flutopfer aufgestellt und mehr als 2.000 Menschen in einer Schule untergebracht, darunter zahlreiche schwangere Frauen. "Ich wollte an das Kind denken, das ich bekomme, aber jetzt ist meine eigene Zukunft unsicher", sagte die 19-jährige Shumaila Riaz, die ihr erstes Kind erwartet, der Nachrichtenagentur AFP.
Durch heftige Monsun-Regenfälle waren in dieser Woche drei große Flüsse in Punjab über die Ufer getreten. Überschwemmt wurden in der Provinz, wo fast die Hälfte der 255 Millionen Einwohner Pakistans leben, vor allem landwirtschaftliche Flächen in Ufernähe. Der Starkregen setzte aber auch Dörfer und Städte unter Wasser, darunter auch mehrere Stadtteile von Lahore, der zweitgrößten Stadt des Landes.
Längere und stärkere Monsunzeit möglich
Die Monsunzeit in Pakistan dauert von Juli bis September. Nach Angaben der Behörden soll der Niederschlag in diesem Jahr stärker als gewöhnlich ausfallen und möglicherweise länger andauern.
Extreme Wetterereignisse nehmen in dem südasiatischen Land zu. Der Klimawandel dürfte diese Entwicklung begünstigen. Im Sommer 2022 erlebte Pakistan eine schwere Flutkatastrophe, die zeitweise ein Drittel des Landes überflutete und 1.700 Menschen das Leben kostete.
Zusammenfassung
- Mehr als zwei Millionen Menschen sind in der pakistanischen Provinz Punjab von schweren Überschwemmungen betroffen, die in der vergangenen Woche mindestens 33 Todesopfer forderten.
- Landesweit sind seit Beginn der Regenzeit Ende Juni über 840 Menschen gestorben, 760.000 Menschen mussten allein in Punjab evakuiert werden und mehr als 2.000 Dörfer stehen dort unter Wasser.
- Die Behörden warnen vor weiteren heftigen Regenfällen, während viele Menschen in Notunterkünften ausharren und die Monsunzeit in diesem Jahr besonders stark und lang ausfallen könnte.