Bildungsexperte: Nicht verlorene sondern "gespaltene Generation" durch Corona

21. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Bildungsexperte Andreas Salcher spricht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Schuljahr und die Matura. Beim Fach Mathematik gebe es auf pädagogischer Seite Nachholbedarf.

Bildungsexperte Andreas Salcher spricht mit PULS 24 Anchor René Ach über die aktuelle Matura. Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Schichtbetrieb an Schulen und Fernunterricht haben die Unterschiede zwischen Schülern verstärkt. Viele Probleme waren aber bereits vorher da und auch akut.

"Ich halte das Gerede von einer verlorenen Generation durch Corona für völligen Unsinn", sagt Salcher. "Was schon der Fall ist, ist, dass wir eine gespaltene Generation haben", sagt er weiter.

Der Bildungsexperte warnt: "Jeder fünfte 15-Jährige, der schon vor Corona nach neun Jahren Schule nicht sinnerfassend lesen und schreiben konnte, die Grundrechenarten fast nicht beherrscht hat, diese Zahl ist wahrscheinlich noch größer geworden. Die machen mir mehr Sorgen als die Maturanten."

Angstfach Mathematik

Besonders beim Fach Mathematik, das am Freitag auf dem Programm stand, bestehe viel pädagogischer Nachholbedarf. Denn das Phänomen, dass abwechselnd Jahrgänge bei der Mathematik-Matura schlechter und dann wieder besser abschneiden, könne man ja nicht damit erklären, dass die Schüler jedes zweite Jahr weniger intelligent wären.

"Wenn man nur zwei Prozent dessen, was für Mathematik-Nachhilfe ausgegeben wird, in die Weiterbildung von Mathematik-Lehrern investieren würde, wäre sehr viel getan", meint Salcher.

Quelle: Redaktion / hos