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Bezug von Klagenfurter Justizanstalt für 2027 geplant

Heute, 12:39 · Lesedauer 3 min

Im Norden Klagenfurts ist am Freitag die Gleichenfeier der neuen Justizanstalt begangen worden. Die Verantwortlichen freuten sich über unfallfreie und zeitplanmäßige Arbeiten bisher und übergaben das traditionelle Gleichengeld. Beim Bezug Ende 2027 soll das Gefängnis mehr als 400 Häftlingen Platz bieten, bis zu 75 Prozent der benötigten Energie werden durch Geothermie und Photovoltaik selbst erzeugt.

Bei der Gleichenfeier, symbolisch das Ende des Rohbaus, dankte Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) allen Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern und betonte, dass dies kein gewöhnliches, alltägliches Bauvorhaben sei: "Die Fundamente, die Sie sehen, sind nicht nur für die Justizanstalt, sondern auch für eine moderne Justiz", so die Ministerin. Das Projekt, in den Medien immer wieder als "Luxus-Häfn" betitelt, sei eine Investition in die Zukunft und in die Sicherheit der Menschen.

Gerald Beck, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft, betont die jahrhundertelange Tradition der Gleichenfeier. "Heute werden die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter gefeiert, 140 Arbeiterinnen und Arbeiter aus 14 Gewerken haben hier bei jedem Wetter gearbeitet", so Beck. Im fertigen Gebäude soll Geothermie genutzt werden, geplant ist, gemeinsam mit den an Ort und Stelle installierten Photovoltaik-Anlagen 75 Prozent der benötigten Energie selbst zu erzeugen, der Rest wird als Fernwärme zugeliefert. Die Aufstellung der Baukräne sei hier ein heikles Thema gewesen: "Durch die Nähe zum Flughafen war das schwierig, teilweise ging es um Zentimeter, dass die Kräne überhaupt stehen dürfen."

Landtagsabgeordnete Ruth Feistritzer (SPÖ) betonte bei der Gleichenfeier: "Ein Rechtsstaat misst sich nicht nur an seinen Gesetzen, sondern auch an deren Umsetzung." Mit dem Neubau setze man ein sichtbares Zeichen, dass im Norden der Stadt etwas entsteht, das in der Mitte der Stadt keine schöne Figur abgebe. Das Projekt stärke nicht nur die Justiz, sondern auch den Zentralraum Kärnten. Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (FSP) bedankte sich, dass die Wahl für den Standort auf Klagenfurt gefallen sei: "Die jetzige Justizanstalt ist längst an ihren Grenzen, ein Neubau geht nur mit der Kraft des Bundes." Polier Klaus Marktl bekam im Anschluss den symbolischen Gleichengeld-Scheck überreicht, die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter bekommen mit dem Gleichengeld einen Bonus ausgezahlt.

Das neue Justizgebäude auf dem 80.000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Flughafen ist sternenförmig angelegt. Es bietet mit einer Nettoraumfläche von rund 24.400 Quadratmetern Platz für 425 Insassen in Einzel- und Zweierzellen. Im vorgesehenen Werkstättentrakt können die Häftlinge handwerklichen Tätigkeiten nachgehen, was bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt helfen soll. Die Errichtungskosten liegen bei rund 170 Millionen Euro. Baubeginn war im Oktober 2024, die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

Zusammenfassung
  • Im Norden Klagenfurts wurde die Gleichenfeier für die neue Justizanstalt gefeiert, die bis Ende 2027 fertiggestellt werden und 425 Häftlingen Platz bieten soll.
  • Das sternenförmig angelegte Gebäude auf einem 80.000 Quadratmeter großen Grundstück wird rund 170 Millionen Euro kosten und eine Nettoraumfläche von etwa 24.400 Quadratmetern umfassen.
  • Bis zu 75 Prozent des Energiebedarfs werden durch Geothermie und Photovoltaik gedeckt, während die restliche Energie als Fernwärme bezogen wird.