APA - Austria Presse Agentur

Betrugsverdacht um fast 300.000 Euro bei Bestattungen in Graz

30. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Bei der Bestattung Graz soll es über Jahre hinweg zu Betrügereien durch Filialleiter in der Umgebung von Graz gekommen sein. Er soll Kunden gegen ein Trinkgeld Rabatte gewährt haben.

Wie ein Holding-Sprecher am Freitag einen Bericht der "Kleinen Zeitung" bestätigte, geht es um zumindest 290.000 Euro an entgangenen Umsätzen. In drei Filialen waren Kunden Nachlässe gewährt worden, dafür gab es offenbar "Trinkgeld" für die Filialleiter. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.

Der Fall kam durch einen internen Hinweis eines Mitarbeiters ins Rollen. Ihm fiel auf, dass bei den Eingaben etwas nicht stimmen konnte, daraufhin wandte er sich an die Geschäftsführung. 

Fake-Rechnungen ausgestellt

Die Finanzen von drei Filialen in Graz-Umgebung wurden daraufhin genau unter die Lupe genommen. Mit manipulierten Rechnungen wurde die Holding geschädigt. Betrug und Bestechlichkeit stehen im Raum.

Summe könnte weit höher sein

Die 290.000 Euro Schaden wurden allein in den Jahren 2019 und 2020 entdeckt, doch insgesamt könnte die Summe noch deutlich höher sein, denn auch in den Jahren davor könnte die Praxis schon angewendet worden sein. Zumeist hätten sich die Minderverrechnungen an den durch die Begräbnisversicherung gedeckten Summen orientiert, hieß es in dem Bericht. Die erbrachten Leistungen waren für Kunden so abgedeckt, aber tatsächlich waren sie deutlich höher. Für die Holding kam es daher zu Umsatzeinbußen. Rabatte von mehr als 1.000 Euro wurden in manchen Fällen offenbar gewährt.

Ein Filialleiter soll bei der Befragung zugegeben haben, für die Rabattierung von Kunden direkt "Trinkgeld" verlangt zu haben. Ein anderer wollte für die Preisnachlässe offenbar keine Gegenleistung, nahm aber Trinkgelder oder Aufmerksamkeiten entgegen. Zwei von drei Filialleitern wurden seitens des Vorstands der Holding erst suspendiert und dann entlassen. Der dritte Filialleiter hat das Unternehmen selbst bereits Ende 2020 verlassen. Involviert ist laut dem Artikel weiters ein früherer Leiter einer der drei Filialen, der diese Praxis auch schon verfolgt haben dürfte. Er ist bereits 2019 aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Holding-Graz-Vorstand Wolfgang Malik bestätigte die Causa: "Wir haben das alles der Staatsanwaltschaft übergeben." Den Kunden und Hinterbliebenen ist durch den möglichen Betrugsfall kein Schaden entstanden. Sie haben von den Rabatten profitiert.

Quelle: Agenturen