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Betrüger im Burgenland scheiterten an misstrauischer Frau

Heute, 10:12 · Lesedauer 2 min

Im Südburgenland sind am Dienstag mutmaßliche Betrüger festgenommen worden, die eine Frau überredet hatten, ihr Bargeld auszuhändigen. Die 53-Jährige war skeptisch geworden und hatte die Polizei verständigt - der vermeintliche Abholer wurde dann im Wohnzimmer der Frau gestellt. Landeskriminalamtsleiter Gerhard Braunschmidt appellierte bei einer Pressekonferenz am Freitag an die Bevölkerung, man solle "misstrauisch sein".

Die Frau aus Oberwart wurde am Montag per SMS zunächst aufgefordert, ihre Bankdaten über einen Link bekannt zu geben und später, Bargeldbestände herauszugeben. Sie hob tatsächlich einen fünfstelligen Betrag ab, wurde dann jedoch misstrauisch und verständigte ihren Bruder und die Polizei, erklärte Abteilungsinspektor Johannes Ankerl.

Als ein junger Mann die Beute dann Dienstagmittag abholen wollte, wartete bereits ein Kriminalpolizist auf den Täter und konnte ihn im Haus des Opfers festnehmen. Der 19-jährige Österreicher zeigte sich zur geplanten Abholung des Bargelds geständig.

In unmittelbarer Nähe entdeckte die Polizei in einem Fahrzeug drei weitere Verdächtige. Die vier sind laut Ankerl zwischen 17 und 22 Jahre alt, es handelt sich um einen Österreicher, einen aserbaidschanischen Staatsbürger und zwei mit ungeklärter Staatszugehörigkeit, wohnhaft sind sie in Wien. Der Abholer und der Lenker wurden in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert, die beiden anderen wurden angezeigt. Nun laufen umfangreiche Erhebungen, um festzustellen, ob das Quartett für weitere derartige Taten verantwortlich ist.

"In diesem Fall hatte die Geschädigte Bedenken. Ein Schaden konnte verhindert werden und es gelang ein polizeilicher Erfolg", betonte Ankerl die Bedeutung der Präventionsarbeit. Er riet Betroffenen, sich von Anrufern, die sich etwa als Polizist oder Bankmitarbeiter ausgeben, nicht unter Druck setzen und zu impulsiven Handlungen drängen zu lassen. Man könne etwa das Gespräch unter einem Vorwand abbrechen, um einen Rückruf bitten und währenddessen Rat bei Familie, Freunden und der Polizei einholen. "Geben Sie nie Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen", betonte Ankerl weiters.

Zusammenfassung
  • Im Südburgenland wurde eine 53-jährige Frau Opfer eines Betrugsversuchs, nachdem sie per SMS zur Herausgabe ihrer Bankdaten und eines fünfstelligen Bargeldbetrags aufgefordert wurde.
  • Die Polizei betont die Bedeutung von Prävention und rät, niemals Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen zu übergeben und bei verdächtigen Kontakten sofort Familie oder die Polizei zu informieren.