APA - Austria Presse Agentur

Bericht: US-Geheimdienst warnte im November vor der Pandemie

08. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Wie der Nachrichtensender ABC News berichtet, warnte US-Geheimdienste bereits Anfang November vor der Corona-Pandemie – der erste Fall wurde im Dezember offiziell.

Offiziell gab China Ende Dezember 2019 bekannt, dass mehrere dutzend Patienten mit einer mysteriösen Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan registriert worden sind. Diese ersten Fälle wurden mit einem Tiermarkt in Wuhan in Verbindung gebracht. Sie hatten sich offenbar auf dem Markt über Wildtierfleisch mit einem Virus infiziert. Erst Wochen später entdeckten Forscher im Labor einen neuen Virus.

Laut einem Bericht des amerikanischen Nachrichtensenders ABC News warnten US-Geheimdienste aber bereits Ende November davor, dass eine Seuche über die chinesische Region Wuhan hereinbrechen und eine Bedrohung für die Bevölkerung darstellen könne. Der Sender bezieht sich auf vier Quellen, die über Geheimdienstberichte informiert wurden. Unter anderem soll die National Center for Medical Intelligence (NCMI) – dem Geheimdienst, der u.a. vor Gesundheitsbedrohungen für die Streitkräfte warnen soll – involviert gewesen sein.

"Katastrophales Ergeignis"

"Analysten kamen zu dem Schluss, dass es sich um ein katastrophales Ereignis handeln könnte", zitiert ABC News Quellen über den Bericht des NCMI. Der Bericht wurde demnach mehrfach an das Verteidigungsministerium, das Pentagon und das Weiße Haus weitergeleitet. Es vergingen dennoch Wochen, bis das Coronavirus Thema im tägliche Update für US-Präsident Donald Trump wurde. Dieser antwortete noch am 22. Jänner auf die Frage, ob es Bedenken wegen einer Pandemie gebe: "Nein. Überhaupt nicht. Und wir haben es völlig unter Kontrolle. Es kommt nur eine Person aus China, und wir haben es unter Kontrolle. Es wird alles gut werden."

Die Analysen sollen auch belegen, dass Chinas Führung wusste, dass die Epidemie außer Kontrolle geraten war – lange bevor sie ausländischen Regierungen und Gesundheitsbehörden informierten.

Dezember: Seltsame Lungenentzündung in Italien

Dazu passt auch ein Artikel in The Lancet, an dem der italienischen Arzt Giuseppe Remuzzi mitgearbeitet hat. Darin geht es unter anderem darum, wie ein normales Krankenhaus rasch in eine Coronavirus-Pflegestation umgewandelt werden kann. Auch darum, wie man Allgemeinmedizinern, Augenärzten und Pathologen schnell beibringen kann, wie man z.B. mit einem Beatmungsgerät umgeht.

Remuzzi beschreibt aber auch Gespräche mit Allgemeinmedizinern: "Sie erinnern sich, im Dezember und sogar im November eine sehr seltsame Lungenentzündung gesehen zu haben, eine sehr schwere, besonders bei alten Menschen." Das könnte bedeuten, so Remuzzi, "dass das Virus zumindest in der Lombardei zirkulierte, bevor wir von diesem Ausbruch in China erfuhren".

Quelle: Redaktion / moe, sto