Bär verletzt Wanderer in Slowakei schwer

12. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Auf einem slowakischen Waldwanderweg hat eine Braunbärin zwei Männer angegriffen und verletzt. Das berichteten TV-Sender und Online-Medien am Donnerstag. Einer der beiden Wanderer sei "in sehr ernstem Zustand" per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, erklärte die Verwaltungsdirektorin des Naturschutzgebietes Polana, Vladimira Fabriciusova. Dem Nachrichtenportal "Sme.sk" schilderte sie die Verletzungen drastisch: "Er hat kein Gesicht mehr."

Auch am übrigen Körper sei der Mann schlimm zugerichtet. Sein Begleiter habe Bisswunden und einen schweren Schock erlitten. Der leichter Verletzte berichtete den Behörden, die beiden Männer hätten am Mittwochabend unerwartet ein Bärenjunges wenige Meter vor sich gesehen, im nächsten Augenblick habe sich auch schon die Bärenmutter auf sie gestürzt. Er selbst sei zunächst geflüchtet. Als er begonnen habe, sich um seinen schwer verletzten Kameraden zu kümmern, sei die Bärin unerwartet zurückgekehrt und habe auch ihn attackiert.

Nach der bisher letzten offiziellen Zählung des staatlichen Naturschutzes im Jahr 2016 gibt es in der Slowakei mehr als 1.200 freilebende Bären. Wenn sie Menschen rechtzeitig bemerken, gehen sie ihnen normalerweise aus dem Weg, bevor sie selbst überhaupt gesehen werden. Wenn sie sich oder ihre Jungen bedroht fühlen, können sie aber auch angreifen.

Experten wiesen wiederholt darauf hin, dass sich solche Zusammenstöße in den vergangenen Jahren häuften. Das hänge nicht zuletzt mit Fehlverhalten von Touristen zusammen, die auf der Jagd nach einem Bärenfoto bewusst die Tiere mit Futter anlockten, worauf diese ihre natürliche Scheu ablegten und sich immer öfter Menschen näherten.

Quelle: Agenturen