Europäische Union
Babynahrung: Schärfere Kontrollen von Inhaltsstoff
Die Zollbehörden sollen die Hälfte aller Lieferungen beim Import auf das Laborzertifikat kontrollieren. Mehrere Hersteller, darunter europäische Großkonzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis, haben seit Dezember in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen.
Grund war die mögliche Verunreinigung der Produkte mit dem Giftstoff Cereulid, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann.
In europäischen Ländern Fälle gemeldet
Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden in mindestens sieben europäischen Ländern Fälle von erkrankten Kleinkindern gemeldet.
So hatte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) aus Österreich vier Verdachtsfälle mit Symptomen einer Cereulid-Intoxikation an das ECDC gemeldet, betroffen waren Kinder mit null bis elf Monaten. Alle vier Babys sind inzwischen wieder genesen.
Die Spur führt nach Angaben der EU-Behörden nach China. Cereulid wurde ihren Angaben zufolge erstmals im Dezember in Chargen von Präparaten nachgewiesen, die Arachidonsäureöl aus China enthielten.
Arachidonsäure ist ein für Säuglinge wichtiger Nährstoff, der auch in Muttermilch enthalten ist. Der Giftstoff Cereulid kann entstehen, wenn Babynahrung oder die Zutaten zu lange warmgehalten oder wiederholt aufgewärmt werden.
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Zusammenfassung
- Die EU verschärft ab Donnerstag die Kontrollen für Arachidonsäureöl aus China, das in Babynahrung verwendet wird, und verlangt künftig ein Laborzertifikat auf den Giftstoff Cereulid.
- Die Zollbehörden sollen 50 Prozent aller Lieferungen beim Import auf das Zertifikat kontrollieren, nachdem in mehr als 60 Ländern Babynahrung wegen möglicher Cereulid-Verunreinigung zurückgerufen wurde.
- In Österreich gab es vier Verdachtsfälle bei Babys im Alter von null bis elf Monaten, alle sind inzwischen wieder genesen.
