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Auch Indonesien sperrt Social Media für junge Menschen

Heute, 14:23 · Lesedauer 3 min

Nach Australien hat nun auch Indonesien "hochriskante" Social-Media-Dienste für Menschen unter 16 Jahren verboten. Bestehende Konten von Jüngeren sollten nach und nach gesperrt werden, sagte die indonesische Kommunikationsministerin Meutya Hafid am Freitag. Sie erwähnte insbesondere YouTube, TikTok, Facebook und Instagram. Auch X und Roblox und weitere Angebote seien betroffen.

"Die Regierung greift ein, damit Eltern nicht länger allein gegen die Giganten der Algorithmen kämpfen müssen", betonte Hafid. Die Sperren sollten schrittweise ab Ende März umgesetzt werden. TikTok Indonesien und Google Indonesien reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme. "Wir wollen die Hoheit über die Zukunft unserer Kinder zurückgewinnen. Wir wollen, dass Technologie den Menschen dient und nicht die Kindheit unserer Kinder opfern", betonte die Ministerin.

In Brüssel hatte am Donnerstag eine EU-Expertenkommission zu einem möglichen Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ihre Arbeit aufgenommen. Die Experten sollen Empfehlungen abgeben, wie die EU Kinder und Jugendliche besser vor Suchtgefahren und Gewalt auf Instagram, Snapchat und Co. schützen kann. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht sich für ein Verbot von Online-Netzwerken für Kinder und Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren aus. Sie hat bisher aber keinen Gesetzesvorschlag vorgelegt.

Australien hatte bereits im Dezember als weltweiter Vorreiter TikTok, YouTube, Snapchat und andere Dienste verpflichtet, Konten von Unter-16-Jährigen zu löschen. Frankreich, Dänemark und Spanien haben ähnliche Vorhaben bereits angekündigt oder beschlossen, auch in Österreich ist die Diskussion längst angelaufen. Für die Umsetzung ist aber ohnehin die EU-Kommission zuständig, sie ist für die Überwachung der großen Online-Plattformen zuständig und kann Strafen verhängen.

Australien weitet Schutz für Minderjährige aus

Ebenfalls am Freitag hat Australien bekannt gegeben, ab Montag auch den Zugang von Minderjährigen zu Porno-Websites und weiteren unangemessenen Inhalten zu sperren. Anbieter von entsprechenden Angeboten, aber auch von KI-Chatbots, Suchmaschinen, Apps und Onlinespielen müssen dann das Alter der Nutzer erfassen. Bei Nichteinhaltung drohen Strafen von umgerechnet bis zu knapp 30 Millionen Euro pro Verstoß, hieß es am Freitag.

"Wenn wir Verstöße oder Verzögerungstaktiken beobachten, werden wir die Unternehmen zur Verantwortung ziehen", sagte die für Onlinesicherheit zuständige Regierungsbeauftragte Julie Inman Grant. Anbieter von Porno-Websites müssen diese vollständig für Minderjährige sperren. App-Stores und Online-Gaming-Websites müssen Minderjährigen den Zugriff auf bestimmte Inhalte verweigern. Wer eine Suchmaschine benutzt, ohne sich als volljährig auszuweisen, bekommt pornografische oder brutale Inhalte nur verpixelt zu sehen. Bei Suchanfragen zu Suizid oder Essstörungen werden als erstes Hinweise auf Hilfsangebote angezeigt.

"Wir lassen Kinder ja auch nicht in Bars, Sexshops oder Spielcasinos gehen", sagte Inman Grant. In Australien sind im Dezember strenge Regeln für die Nutzung von Onlinenetzwerken durch Heranwachsende in Kraft getreten. Die Internet-Unternehmen müssen seitdem überprüfen, ob die Nutzerinnen und Nutzer mindestens 16 Jahre alt sind.

Zusammenfassung
  • Indonesien verbietet ab Ende März Social-Media-Plattformen wie YouTube, TikTok, Facebook, Instagram, X und Roblox für Menschen unter 16 Jahren und wird bestehende Konten Minderjähriger schrittweise sperren.
  • Auch in der EU läuft eine Diskussion über ein Verbot von Online-Netzwerken für Kinder und Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren, konkrete Gesetzesvorschläge gibt es jedoch noch nicht.