APA - Austria Presse Agentur

Auch das Münchner Oktoberfest wackelt nun

09. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Auch das Münchner Oktoberfest wackelt in der Coronavirus-Krise. Nach der offiziellen Linie soll es noch einige Wochen dauern, bis die Entscheidung über das größte Volksfest der Welt fällt. "Spätestens im Juni" sei es soweit, sagt Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner. Bis dahin ist Klarheit zwingend notwendig. Denn üblicherweise beginnt Anfang Juli der Aufbau der riesigen Festzelte.

Auch das Münchner Oktoberfest wackelt in der Coronavirus-Krise. Nach der offiziellen Linie soll es noch einige Wochen dauern, bis die Entscheidung über das größte Volksfest der Welt fällt. "Spätestens im Juni" sei es soweit, sagt Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner. Bis dahin ist Klarheit zwingend notwendig. Denn üblicherweise beginnt Anfang Juli der Aufbau der riesigen Festzelte.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder weiß, was in Zeiten des Coronavirus das größte Problem des Oktoberfests ist. "Die Wiesn ist das internationalste Fest, in dem die halbe Welt zu Besuch kommt", sagte er der "Bild"-Zeitung. Eng an eng singen, schunkeln und trinken die Besucher zusammen, Nähe ist hier unvermeidbar und erwünscht.

Dass Amerikaner und Australier wegen des weltbekannten Hofbräuhauses vor allem das Hofbräu-Festzelt ansteuern, gehört dabei ebenso zu den Traditionen wie das sogenannte Italienerwochenende: Immer am zweiten Wochenende verwandelt sich die Wiesn zum "Festa d'ottobre", etwa 200.000 Italiener kommen im Schnitt jedes Jahr über den Brenner nach München.

Vor allem der Umstand, dass auch zum bisher geplanten Oktoberfestbeginn am 19. September noch keine Impfung gegen das Coronavirus zu erwarten ist, lässt den Wiesn-Besuch aus Italien diesmal kaum vorstellbar erscheinen. Der Virologe Alexander Kekule nannte in der "Bild" ein Oktoberfest in diesem Jahr bereits "ausgeschlossen". Das mehr als fünf Monate vor dem geplanten Beginn kompromisslos klingende Urteil lässt sich mit Erfahrungswerten recht gut begründen - so kennen die Münchner selbst das Phänomen der "Wiesn-Grippe".

Spätestens ab dem zweiten Oktoberfest-Wochenende registrieren die Münchner Ärzte vermehrt Patienten mit Erkältungssymptomen. Die Stadt erklärt das so, dass die sechs Millionen Wiesn-Besucher "neben Vorfreude und Durst auch ein paar Viren mit auf die Theresienwiese bringen" - das Coronavirus hätte dort also leichtes Spiel.

Söders Äußerung, die Wiesn könne wenn, dann nur unter völlig anderen Voraussetzungen stattfinden, lässt manche zumindest auf einen Kompromiss hoffen. Die Wiesnwirte brachten schon ein Fest nur für Münchner ins Gespräch. In der Geschichte des Oktoberfests gab es auch bereits kleinere Feiern, die Herbstfest hießen.

Allerdings gab es in der 210-jährigen Geschichte des 1810 erstmals veranstalteten Fests auch immer wieder vollständige Absagen, weshalb im vergangenen Jahr erst zum 186. Mal gefeiert wurde. Oft waren Kriege der Anlass dafür, darunter natürlich die beiden Weltkriege. Aber auch Seuchen führten zur Absage: Erstmals war dies 1854 so, als die Cholera in München besonders stark wütete.

Quelle: Agenturen