APA/APA/GREENPEACE/MITJA KOBAL

Asbest im Burgenland: Greenpeace will Ergebnisse des Landes

10. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat das Land Burgenland am Dienstag dazu aufgefordert, die Ergebnisse der Luftmessungen der Asbest-Taskforce zu veröffentlichen. Diese zeigen laut Land keine erhöhte Asbestbelastung in der Luft an jenen Standorten, an denen Greenpeace zuvor teilweise über 50 Prozent Asbestgehalt im Gestein festgestellt hatte. Man werde die Ergebnisse natürlich publizieren, hielt die Taskforce fest - nach Abschluss der ersten Messreihe Anfang März.

Greenpeace forderte eine sofortige Offenlegung und kündigte eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) an, um die Herausgabe der Daten zu erreichen. "Die Geheimniskrämerei muss endlich aufhören", hielt Umweltchemiker Herwig Schuster in einer Aussendung fest. Neben den Messergebnissen will er Details zu den Standorten und Messbedingungen - ansonsten "können die bisher kommunizierten Auswertungen nicht unabhängig überprüft werden", meinte er. Das Land habe zwar volle Transparenz angekündigt, aber bisher nichts geliefert.

Unabhängig von den Ergebnissen seien die ersten Messungen noch nicht aussagekräftig, argumentierte Greenpeace. Asbest werde besonders bei Abrieb oder Zerkleinerung gefährlich und das feuchte Winterwetter binde den Asbeststaub. "Die jetzt durchgeführten Kurzzeitmessungen sind in jedem Fall nicht dazu geeignet, bereits Entwarnung zu geben", betonte Schuster, der sich weiter für Sofortmaßnahmen in den betroffenen Gebieten aussprach.

Die Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" hatte vergangene Woche ihre ersten Ergebnisse präsentiert, die keine erhöhte Asbestbelastung in der Luft zeigten. Es seien zwar Asbestfasern gefunden worden, man bewege sich aber an der Nachweisbarkeitsgrenze - und: "Null ist es nirgends", erläuterte Umweltmediziner Hanns Moshammer dazu. Weil die derzeitige Witterung das Faserfreisetzungspotenzial reduziert, soll im Frühjahr bei trockenem, warmem Wetter noch einmal gemessen werden, kündigte die Taskforce an.

Dauer von Witterungsverhältnissen abhängig

Die erste Messreihe, nach der die Daten auf der Homepage des Landes veröffentlicht werden sollen, geht noch bis Anfang März, wobei die exakte Dauer stark von den Witterungsverhältnissen abhängt, hieß es in einer Aussendung des Landesmedienservice. Einzelne abgesicherte Ergebnisse könnten bereits in der kommenden Woche vorliegen.

Gearbeitet werde bei der Taskforce weiterhin: Mitte der Woche startet die Beprobung der drei gesperrten Steinbrüche im Bezirk Oberwart, nachdem jener in Oberpullendorf schon in der Vorwoche an der Reihe war.

Zusammenfassung
  • Greenpeace fordert vom Land Burgenland die sofortige Veröffentlichung der Ergebnisse der Asbest-Luftmessungen, nachdem an einigen Standorten zuvor über 50 Prozent Asbestgehalt im Gestein festgestellt wurde.
  • Die Taskforce des Landes sieht laut ersten Ergebnissen keine erhöhte Asbestbelastung in der Luft, fand aber Asbestfasern an der Nachweisbarkeitsgrenze und kündigt weitere Messungen im Frühjahr an.
  • Die erste Messreihe läuft noch bis Anfang März, wobei einzelne abgesicherte Ergebnisse schon in der kommenden Woche veröffentlicht werden könnten, während die Beprobung der drei gesperrten Steinbrüche im Bezirk Oberwart Mitte der Woche startet.