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Arzt bei Geiselnahme in Japan getötet

28. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Bei einer Geiselnahme in Japan sind ein Arzt getötet und ein weiterer Mensch schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter habe in seinem Haus in der bei Tokio gelegenen Stadt Fujimino "mit einem Jagdgewehr auf sein Opfer geschossen mit der Absicht, es zu töten", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Demnach wurde der 66-jährige Tatverdächtige nach der elfstündigen Geiselnahme festgenommen.

Japanischen Medienberichten zufolge ereignete sich die Tat am Donnerstagabend während eines Kondolenzbesuchs im Haus des Tatverdächtigen. Der Arzt, ein Physiotherapeut und ein dritter Gast wollten dem 66-Jährigen nach dem Tod seiner Mutter ihr Beileid ausdrücken.

Dem öffentlich-rechtlichen Sender NHK zufolge schoss der 66-Jährige sowohl auf den Arzt als auch auf den Physiotherapeuten. Der 44-jährige Mediziner erlag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus. Ins Spital eingeliefert wurden auch der schwer verletzte Physiotherapeut sowie der dritte Besucher, der bei dem Vorfall mit Pfefferspray besprüht wurde.

Laut NHK verhandelte die Polizei die ganze Nacht über mit dem Geiselnehmer. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, wurden mehr als hundert Anrainer in Sicherheit gebracht. Nahegelegene Schulen wurden für einen Tag geschlossen.

Laut NHK lebte der Geiselnehmer seit drei Jahren in der Gegend von Fujimino. Um seine kranke Mutter kümmerte er sich demnach allein. In der Nachbarschaft reagierten am Freitag viele Menschen schockiert auf den Vorfall. Ein 19-jähriger Student sagte zu Kyodo, er habe am Donnerstagabend einen Schuss gehört. "Ich hatte Angst. Ich wollte die Gegend schnell verlassen", sagte er.

Waffengewalt ist in Japan äußerst selten. In dem ostasiatischen Inselstaat gelten strikte Waffengesetze.

Quelle: Agenturen