Vier Chargen
Bakteriengift: Aptamil-Babynahrung zurückgerufen
Der Schritt sei in Abstimmung mit den österreichischen Behörden getroffen worden und betreffe ausschließlich die vier Produkte mit dem spezifisch aufgeführten Mindesthaltbarkeitsdatum.
Folgende Chargen sollen jetzt zurückgegeben werden:
- Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg: Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026.
- Aptamil Pronutra 1 DE, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026.
- Aptamil Profutura Pre D, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027 und 30-04-2027.
Betroffene Produkte sollten zurückgegeben werden
Sollten Eltern Produkte der vier oben genannten Chargen vorrätig haben, bat Danone die Produkte nicht noch weiter zu füttern, sondern dort zurückzugeben, wo diese gekauft wurden.
Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Selbstverständlich erhalte man dafür Ersatz. Eltern könnten sich hierfür sowie für alle weiteren Fragen an den Verbraucherservice sowie an das Aptacare Expertenteam wenden, teilte Danone am Wochenende in einer Aussendung mit.
"Das ist inakzeptabel"
Die NGO Foodwatch, die erst vor kurzem gewarnt hatte, dass Aptamil-Produkte derzeit schleichend aus Online-Shops und Regalen von Supermärkten und Drogerieketten verschwinden würden, übte am Samstag Kritik: "Dass Danone jetzt selbst jene Produkte zurückruft, über die wir bereits am Mittwoch berichtet haben, spricht für sich", sagte Indra Kley-Schöneich, Geschäftsführerin von foodwatch Österreich.
"Was vor wenigen Tagen noch dementiert wurde, ist nun Realität. Eltern wurden trotz möglicher Gefahr nicht informiert - und das ist inakzeptabel."
Bereits Anfang Jänner musste der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé Babynahrung in etwa 60 Ländern, darunter auch in Österreich, wegen möglicher Belastung mit Cereulid zurückrufen.
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Danach rief auch der französische Milchindustriekonzern Lactalis Säuglingsnahrung in mehreren Ländern zurück. Es bestand ebenfalls der Verdacht, dass diese Cereulid enthalten könnte.
Die französischen Behörden verwiesen darauf, dass beide Unternehmen eine aus China gelieferte Substanz verwendeten. Foodwatch hatte am Donnerstag in Paris eine Klage gegen Unbekannt eingereicht.
Behörde: Betroffene Produkte nicht verwenden
Nach Rückrufen von Babynahrung im Zusammenhang mit dem Giftstoff Cereulid hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eingeschaltet.
Die EU-Kommission bat die Behörde mit Sitz im italienischen Parma um eine Einschätzung, wie gefährlich Cereulid für Säuglinge ist, wie die Efsa mitteilte. Ziel ist es, Richtwerte festzulegen, ab wann belastete Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten.
Nach Efsa-Angaben werden derzeit in mehreren Ländern weltweit Rückrufe von Babynahrungsprodukten durchgeführt. Die Behörde reagierte mit einer zügigen Risikobewertung und legte erstmals einen klaren Sicherheitsrichtwert speziell für Babys fest.
Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist. Hintergrund: Sehr junge Säuglinge reagieren deutlich empfindlicher auf Giftstoffe als Erwachsene.
Eltern sollten zurückgerufene Produkte demnach auf keinen Fall weiter verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie etwa Erbrechen oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch.
Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu Komplikationen führen. Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann.
Zusammenfassung
- Der französische Konzern Danone hat in Österreich vier Chargen des Produkts Aptamil zurückgerufen.
- Der Grund: Es besteht der Verdacht, dass das Bakteriengift Cereulid in der Babynahrung enthalten ist.
