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Apotherkerin: 80-prozentiger Alkohol zur Händedesinfektion

24. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Die Nachfrage nach Hände-Desinfektionsmitteln gegen das Coronavirus ist nach wie vor groß. Angesichts der unterschiedlichen Produkte am Markt sind Kunden verunsichert, welches Mittel tatsächlich wirkt. Die Präsidentin der Apothekerkammer Salzburg, Kornelia Seiwald, gab im APA-Gespräch einige Tipps. "Grundsätzlich ist ein mindestens 80-prozentiger Alkohol zum Einreiben der Hände geeignet."

Die Nachfrage nach Hände-Desinfektionsmitteln gegen das Coronavirus ist nach wie vor groß. Angesichts der unterschiedlichen Produkte am Markt sind Kunden verunsichert, welches Mittel tatsächlich wirkt. Die Präsidentin der Apothekerkammer Salzburg, Kornelia Seiwald, gab im APA-Gespräch einige Tipps. "Grundsätzlich ist ein mindestens 80-prozentiger Alkohol zum Einreiben der Hände geeignet."

"Entscheidend ist der Alkoholgehalt. Produkte mit 63 oder 75 Prozent Alkohol sind nicht ausreichend", erklärte die Apothekerin am Freitag. Für den Hausgebrauch genüge nach einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein mindestens 80-prozentiger Alkohol. In den Spitälern würden allerdings Desinfektionsmitteln mit 86-prozentigem Alkohol verwendet, weil diese auch gegen bestimmte Bakterien wirken.

Die Hautverträglichkeit von Alkohol sei oft besser als andere Chemikalien und reize die Haut weniger, egal wie hochprozentig der Alkohol ist, sagte die Pharmazeutin, die in der Stadtapotheke Hallein arbeitet. Wer nur ein paar Mal am Tag die Hände mit 80-prozentigem Alkohol einreibt, brauche nichts Rückfettendes verwenden. Seiwald empfiehlt allerdings Personen, die sich Dutzende Male am Tag die Hände desinfizieren, Schutzhandschuhe zu tragen, um die Haut vor Reizungen zu schonen.

Kunden würden auch gerne Desinfektionssprays kaufen, schilderte die Apothekerkammer-Präsidentin. Doch laut WHO setzten Sprays eine zu geringe Menge an Desinfektionsmittel frei. Im Durchschnitt seien mindestens drei Milliliter für das wirksame Benetzen der Hände nötig. Dazu müsste man aber mindestens 15 Sprühstöße machen. Doch nur die wenigsten würden sich so oft die Hände bei einer Anwendung besprühen. "Wir verkaufen deshalb keine Sprays."

Seitdem die Nachfrage nach Händedesinfektionsmitteln gestiegen und es auch zu Engpässen gekommen ist, stellen viele Apotheken diese Mitteln selbst her, nach einer empfohlenen Rezeptur der WHO, bestehend aus mindestens 80-prozentigen Alkohol, Glycerin und Wasserstoff. "Wir nehmen 86-prozentigen Alkohol und decken damit auch Bakterien ab", sagte Seiwald.

Die Geschäftsöffnungen lösten einen neuerlichen Boom an Desinfektionsmitteln aus, mit teils überzogenen Preisen. Deshalb sollte der Konsument auf den Preis achten, meinte die Apothekerin. Eine 100-Milliliter-Flasche um 4,90 Euro sei gerechtfertigt. Zum Teil werde aber das Drei- oder Vierfache verlangt. "Wer sich unsicher ist, der kann in den Apotheken nachfragen, die wissen Bescheid." Meist handle es sich um Marketingmaßnahmen, wenn Firmen mit der Hautverträglichkeit ihrer Produkte werben.

Der Salzburger Hygienespezialist Hagleitner hat in einer Aussendung dazu geraten, achtsam mit Händedesinfektionsmitteln umzugehen. Gerade in der Coronakrise mangle es anbieterseitig oft an Wirkungsnachweisen sowie an dermatologischen Gutachten. "Ein Desinfektionsmittel ist keine Fliegenklatsche, nicht jedes wirkt gegen das Coronavirus SARS-CoV-2". Normalerweise würden für Desinfektionsmittel komplexe Zulassungsverfahren gelten, gegenwärtig seien die aber teilweise außer Kraft gesetzt.

Quelle: Agenturen