APA - Austria Presse Agentur

Anschlag: Verfahren gegen 21 Beschuldigte, zehn Verdächtige in U-Haft

13. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

In einer Pressekonferenz haben Oberstleutnant Michael Lohnegger von der Landespolizeidirektion Wien und Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, über den aktuellen Ermittlungsstand informiert.

Als gesichert gilt inzwischen, dass der Täter nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Tatort in der Wiener Innenstadt gelangte, wie Lohnegger, der Leiter der zuständigen Ermittlungsgruppe, bei der Pressekonferenz am Freitag mitteilte. Wie genau der Täter zum Schwedenplatz gelangt ist, ist aber weiterhin nicht geklärt.

Derzeit gehen die Ermittlungen von einem unmittelbaren Täter aus. Weitere Mittäter und Helfer im Vorfeld der Tat werden aber weiterhin nicht ausgeschlossen. Noch in der Tatnacht wurden 16 Personen festgenommen, zehn davon befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Verfahren laufen derzeit gegen insgesamte 21 ausgeforschte Beschuldigte im Alter von 16 bis 28 Jahren. Ihnen wird Beihilfe im Vorfeld der Tat sowie die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Ein Großteil der Beschuldigten hat die österreichische Staatsbürgerschaft, einige stammen aber auch aus dem Kosovo, Mazedonien und Bangladesch. Im Zuge der Ermittlungen gegen diese wurden zahlreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Was wir derzeit über den Anschlag von Wien wissen

PULS 24 Reporter Paul Batruel fasst im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi die aktuellen Ermittlungsergebnisse rund um den Terroranschlag von Wien zusammen.

Tatwaffen aus Serbien, Munition zum Teil aus China

Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein in Serbien hergestelltes Sturmgewehr, die Munition stammt teilweise aus chinesischer Produktion. Außerdem hatte er eine halbautomatische Pistole vom Modell Tokarev dabei, deren Munition in Serbien hergestellt wurde. Wie der Attentäter an Waffen und Munition gelangte, ist aber weiterhin nicht restlos geklärt.

Die Tatortermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Ergebnisse von chemische Untersuchungen dauernbeispeilsweise bis zu drei Wochen, erläuterte Lohnegger. Bisher gab es 60 Zeugenvernehmungen und mehr als 20 Hausdurchsuchungen. 300 Hinweise aus der Bevölkerung wurden in der Zwischenzeit abgearbeitet, mehrere sind noch offen.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos