APA - Austria Presse Agentur

Angeklagter Abdeslam rechtfertigt bei Pariser Terrorprozess die Anschläge

15. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Im Prozess um die verheerende islamistische Anschlagserie vor sechs Jahren in Paris hat Salah Abdeslam, der Hauptangeklagte, das Blutbad mit 130 Toten und 350 Verletzten gerechtfertigt.

"Wir haben Frankreich angegriffen, wir haben die Bevölkerung ins Visier genommen, Zivilisten, aber persönlich haben wir nichts gegen sie", sagte der einzige Überlebende des Terrorkommandos am Mittwoch, wie der Sender France Info berichtete.

Als der damalige Präsident François Hollande entschieden habe, den Islamischen Staat anzugreifen, habe er gewusst, dass seine Entscheidung Risiken beinhalte. Die Terrormiliz reklamierte die Anschläge später für sich.

"Ziel ist nicht, das Messer in die Wunde zu stoßen"

Obwohl eine Befragung der Angeklagten in dem vor einer Woche begonnenen Prozess erst im November vorgesehen ist, räumte das Gericht ihnen am Mittwoch eine kurze Stellungnahme ein. "Ich weiß, dass meine Worte schockieren können", sagte Abdeslam. "Aber das Ziel ist nicht, das Messer in die Wunde zu stoßen." Das mindeste, was man sagen könne, sei die Wahrheit. Zwei weitere der 14 im Gerichtssaal anwesenden Angeklagten räumten in knappen Worten ein, bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen zu haben.

Bataclan-Anschlag in Paris: Großprozess gestartet

Bei der Anschlagsserie am 13. November 2015 hatten Extremisten insgesamt 130 Menschen getötet und 350 weitere verletzt. Sie richteten ein Massaker im Konzertsaal "Bataclan" an und beschossen Bars und Restaurants im Osten der französischen Hauptstadt. Außerdem sprengten sich drei Selbstmordattentäter an dem Abend während eines Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland 

Quelle: Redaktion / lam