Ärztliche Leiterin: Reue bei Ungeimpften "sehr groß"

15. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Im Ordensklinikum Linz liegen auf der Intensivstation nur Ungeimpfte. Die ärztliche Leiterin Elisabeth Bräutigam berichtet, dass die Reue groß sei, wenn Kranke einmal im Krankenhaus betreut werden müssten.

Die Zahlen der Corona-Patienten sei aktuell wesentlich höher als noch vor einem Jahr, schildert Elisabeth Bräutigam im PULS 24 Interview mit Bianca Ambros aus dem Ordensklinikum Linz. Betten wurden bereits umgewidmet für Covid-Patienten. "Was uns schon beunruhigt ist, dass wir im Vergleich zum Vorjahr schon einige Wochen früher dran sind mit diesen Zahlen, die wir jetzt haben." Die Situation sei angespannt, aber unter Kontrolle. Man rechne damit, in naher Zukunft weitere Kapazitäten zu brauchen und den Regelbetrieb massiv einschränken zu müssen. 

Reue kommt, "wenn's einen selbst betrifft"

Unter den Intensivpatienten seien auch sehr junge Leute, jedoch kein einziger Geimpfter. Eine der Intensivpatientin sei zum Beispiel eine 32-jährige Schwangere. Dass man sich nicht impfen lassen habe, bereuen die Menschen aber zu spät. "Es ist dann die Reue, wenn's einen selbst betrifft, schon sehr groß", schildert Bräutigam. 

"Nach eineinhalb Jahren geht uns die Luft aus"

Die Pandemie dauere jetzt seit eineinhalb Jahren mit ständig wechselnden Dienstplänen. Das sei vor allem für die jungen Frauen in der Pflege besonders schwierig. Es gebe nicht nur Betten- sondern auch personelle Probleme.

"Es wäre eine Alternative da für dieses Szenario", verweist Bräutigam auf die Impfung. "Es ist schwer zu verstehen, warum wir wieder in dieser Situation sind." Die Medizinerin berichtet über Abgänge beim Personal, und Hinweise von den Mitarbeitern, dass sie nicht mehr lange durchhalten würden, weil einem nach eineinhalb Jahren die Luft ausgehe. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam