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Ärztemangel: 150 Patienten standen in Osttirol vor Praxis

09. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

In Osttirol warteten laut Arbeiterkammer rund 150 Menschen entlang der Straße auf einen Arzttermin. In Osttirol und Oberkärnten gibt es laut AK nur einen Kassen-Augenarzt.

In Osttirol herrscht offenbar ein akuter Mangel an Augenarztpraxen, wie sich Montagfrüh vor der Tür eines Wahlarztes in Lienz zeigte. Patientinnen und Patienten warteten in einer meterlangen Schlange entlang der Straße, um einen Termin vereinbaren zu können, berichteten ORF Tirol und "Kleine Zeitung". Tirols schwarzer Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl sprach von rund 150 Menschen, die einen Termin ergattern wollten und kritisierte "untragbare Zustände".

Nur ein Kassen-Augenarzt

Nachdem Ende des Jahres ein Kassenarzt in Pension gegangen war, bleiben laut ORF für Osttirol und einige Regionen Oberkärntens nur mehr drei Augenärzte, zwei davon Wahlärzte. Der betroffene Wahlarzt, vor dessen Praxistür sich die Menschen teils seit 5.30 Uhr angestellt hatten, vergab ab Montag neue Termine.

"Völlig unzumutbar"

Für Zangerl eine "völlig unzumutbare" Situation, die er auf die Reform der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zurückführte: "Das ist wieder ein Beispiel, dass die Struktur der Österreichischen Gesundheitskasse völlig an der Lebensrealität vorbeigeht. Der Zentralismus der ÖGK ist zudem schwerfällig, enorm teuer und lässt die regionalen Bedürfnisse völlig außer Acht", sagte er. Man wisse bereits seit einem halben Jahr, dass der Bezirk unterbesetzt sei.

Auch die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) kritisierte, dass es nur mehr einen Kassenarzt in Lienz gebe: "Das ist definitiv zu wenig für den Bezirk. Zu unserem Einzugsbereich gehört ja auch Oberkärnten dazu. Es wird daran gearbeitet, mindestens noch eine zweite Kassenstelle zu besetzen. Da sind jetzt die Ärztekammer und die Gebietskrankenkasse gefordert", sagte sie

Mehr dazu:

Seitens der ÖGK hieß es auf APA-Anfrage, dass die Situation in Lienz "bekannt" sei: "Wir arbeiten intensiv daran, eine rasche Lösung zu finden, um die augenärztliche Versorgung dort auch sicherzustellen". Man führe dafür Gespräche mit möglichen Nachfolgern sowie mit dem Land Tirol. "Eine mögliche Lösung ist etwa eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Spitalsbereich. Kooperationsformen dieser Art konnten wir bereits in der Vergangenheit erzielen", so die ÖGK.

Quelle: Agenturen / frn