APA - Austria Presse Agentur

44-Jährige ließ sich in Rom mit Nazi-Flagge auf Sarg beerdigen

11. Jan 2022 · Lesedauer 2 min

Hinterbliebene, eine Kirche, ein Sarg, darauf liegt eine große Hakenkreuz-Fahne: In Rom sorgte eine Trauerfeier für Empörung, die Polizei ermittelt.

In der Pfarre Santa Lucia im Norden der italienischen Hauptstadt Rom hatte sich am Montag eine Menschengruppe vor einer Kirche um einen Sarg gestellt, wie ein Foto des Nachrichtenportals Open am Dienstag zeigte. Darauf lag eine rote Fahne mit einem schwarzen Hakenkreuz. Die Polizei leitete der Nachrichtenagentur Ansa zufolge Ermittlungen zu dem Fall ein.   

Gäste verabschiedeten sich mit Hitlergruß

Die Trauerfeier galt Medienberichten zufolge einer Anhängerin der rechtsradikalen Splitterpartei Forza Nuova. Die 44-Jährige war demnach nach einer Operation an Folgekomplikationen gestorben. Einige Gäste sollen auch den sogenannten römischen Gruß, in Österreich besser bekannt als Hitlergruß, am Sarg gezeigt haben.

Pfarre soll nichts gewusst haben

Die Diözese in Rom, deren Bischof Papst Franziskus ist, verurteilte den Vorfall als "gravierende, anstößige und inakzeptable ideologische Instrumentalisierung" und distanzierte sich von dem Verhalten. Die Pfarre habe nichts von dem Vorhaben der Trauergäste gewusst.

Die Partei Forza Nuova gilt als besonders radikal. Parteimitglieder verwüsteten Anfang Oktober 2021 in Rom einen Sitz des italienischen Gewerkschaftsbundes CGIL während Protesten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. In der Folge wurden einige mutmaßliche Täter festgenommen. Im italienischen Parlament wurde danach der Antrag auf ein Verbot der Partei eingebracht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam