APA - Austria Presse Agentur

200 Vermisste nach Gletscherbruch in Nordindien

07. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Rund 200 Menschen werden laut örtlichen Behörden nach dem Abbruch eines Gletschers in Nordindien vermisst. Viele sind offenbar von einer Flutwelle mitgerissen worden.

Nach dem Abbruch eines Gletschers im indischen Himalaya-Gebirge sind offenbar viele Menschen von einer riesigen Flutwelle mitgerissen worden. Es würden etwa 200 Menschen vermisst, erklärte am Sonntag Polizeichef Ashok Kumar im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand. Drei Opfer seien tot geborgen worden.

Riesige Gesteinsbrocken seien von einem Berghang hinunter in den Dhauliganga-Fluss gefallen, berichtete Ashok Kumar. Das Wasser des über die Ufer getretenen Dhauliganga-Flusses habe auf seinem Weg durch das Flusstal Brücken und Straßen mitgerissen. Der Nebenfluss des Ganges sei daraufhin über seine Ufer getreten. Zwei Kraftwerke wurden unter den Fluten und Gesteinsmassen begraben.

Zahlreiche Dörfer in der betroffenen Region wurden evakuiert, die Suche nach Vermissten war am Sonntag im vollen Gange. Bei den meisten Vermissten handelte es sich den Angaben zufolge um Arbeiter in zwei Kraftwerken, die von der Flutwelle getroffen und unter Gesteinsbrocken begraben wurden.

Zwei Kraftwerke unter Fluten begraben

Nach Angaben der Rettungskräfte arbeiteten rund 150 Menschen im Kraftwerk von Tapovan, als die Flutwelle den Ort erreichte. Rund 20 Arbeiter seien in einem Tunnel des Kraftwerks eingeschlossen worden. Um zu dem mit Schlamm und Steinen gefüllten Tunnel zu gelangen, mussten die Rettungskräfte an Seilen einen Abhang hinunter klettern.

Weitere 50 Arbeiter befanden sich den Angaben zufolge zum Zeitpunkt des Unglücks im Rishi-Ganga-Kraftwerk. "Wir haben keine Informationen über sie", teilte der Polizeichef mit. Hunderte Soldaten mit Militärhubschraubern seien in die Region entsandt worden.

Zahlreiche Aufnahmen in den Online-Netzwerken zeigten, wie sich die Wassermassen durch das enge Tal bewegten und dabei Straßen und Brücken mitrissen. "Es gab eine Staubwolke, als das Wasser vorbeizog. Der Boden bebte wie bei einem Erdbeben", sagte der Bewohner Om Agarwal einem indischen TV-Sender. Die meisten der evakuierten Dörfer liegen an den Hängen oberhalb des Dhauliganga-Flusses.

Quelle: Agenturen