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20 Jahre Mehrphasen-Führerschein-Ausbildung in Österreich

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Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es beim Führerschein die Mehrphasen-Ausbildung. Wer den A- oder B-Schein schafft, muss eine zweite Ausbildungsphase absolvieren. So müssen nach der Führerscheinprüfung innerhalb eines Jahres (Klasse B) bzw. 14 Monate (Klasse A) maximal drei Module besucht werden. Diese mehrstufige Ausbildung zeigt laut ÖAMTC Wirkung. Demnach gibt es einen Rückgang um 81 Prozent bei getöteten Pkw-Lenkerinnen und Lenkern im Alter von 17 bis 24 Jahren.

2003 wurde die mehrstufige Mehrphasen-Ausbildung inklusive Fahrsicherheitstraining und verkehrspsychologischem Gruppengespräch in Österreich gesetzlich eingeführt. Dazu gehören ein oder auch zwei Perfektionsfahrten in der Fahrschule sowie ein Fahrsicherheitstraining mit verkehrspsychologischem Teil.

Ein Ziel des Programms: Die Unfallzahlen speziell in der Gruppe der jungen Führerschein-Neulinge zu reduzieren - denn rund 87 Prozent der ausgestellten Lenkberechtigungen für die Klasse B gehen an Personen von 17 bis 24 Jahren. Die ÖAMTC-Unfallforschung hat die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Pkw-Lenkerinnen und Lenkern dieser Altersklasse vor und nach Einführung der Mehrphasen-Fahrausbildung mit allen Altersgruppen verglichen.

Der Blick auf die Unfallstatistik zeigt, dass das Programm positiv auf die Verkehrssicherheit wirkt, berichtete der ÖAMTC. Bei Pkw-Unfällen mit Lenkerinnen und Lenkern aus der Altersgruppe der 17- bis 24-Jährigen ging der Wert um 56 Prozent zurück, während der Rückgang bei allen Pkw-Unfällen im selben Zeitraum bei 38 Prozent lag. Bei den getöteten Autofahrerinnen und Autofahrern in der jungen Altersklasse ist ein noch stärkerer Rückgang von 81 Prozent zu verzeichnen - im Vergleich dazu liegt der Rückgang der getöteten Pkw-Lenkerinnen und Lenkern aller Altersgruppen bei 68 Prozent (Quelle: Statistik Austria). Um die Relevanz jährlicher Schwankungen möglichst gering zu halten, wurde jeweils der Durchschnittswert aus den Jahren 2000 bis 2002 mit dem der Jahre 2019 bis 2021 verglichen. 2020 war die Zahl der Verkehrsunfälle pandemiebedingt geringer als sonst.

"Der Rückgang der Unfälle und Verkehrstoten ist zwar großteils auf die höhere Fahrzeugsicherheit zurückzuführen. Der stärkere Rückgang im Vergleich zu allen Pkw-Lenkerinnen und Lenkern deutet jedoch auf den positiven Einfluss der Mehrphase hin", erklärte ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nose.

ribbon Zusammenfassung
  • Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es beim Führerschein die Mehrphasen-Ausbildung.
  • Diese mehrstufige Ausbildung zeigt laut ÖAMTC Wirkung.
  • Demnach gibt es einen Rückgang um 81 Prozent bei getöteten Pkw-Lenkerinnen und Lenkern im Alter von 17 bis 24 Jahren.
  • Um die Relevanz jährlicher Schwankungen möglichst gering zu halten, wurde jeweils der Durchschnittswert aus den Jahren 2000 bis 2002 mit dem der Jahre 2019 bis 2021 verglichen.