APA - Austria Presse Agentur

1.411 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

27. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1.411 Fälle übermittelt, gab das RKI bekannt. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger. Am Samstag war mit 2.507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen war Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 284.140 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.457 - das sind fünf Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntag hatten rund 250.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,08 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

In Argentinien wurden bereits in mehr als 700.000 Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die genaue Zahl ist vom Gesundheitsministerium am Samstagabend (Ortszeit) mit 702.484 angegeben worden. 15.543 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Zuletzt gab es im Sieben-Tage-Zeitraum durchschnittlich 11.082 neue Positiv-Tests am Tag. Damit liegt das Land weltweit an Platz fünf hinter Indien, den USA, Frankreich und Brasilien - trotz deutlich geringerer Bevölkerungszahl (45 Millionen)

Das bereits zuvor unter einer Wirtschaftskrise leidende Argentinien hat als eines der ersten Länder in Lateinamerika strikte Quarantäneregeln eingeführt. Es folgten schrittweise Lockerungen. Das Virus breitete sich allmählich von der Hauptstadt Buenos Aires in die Provinzen aus.

Der strenge Corona-Lockdown in Australiens Bundesstaat Victoria und dessen Hauptstadt Melbourne wird gelockert. Die seit fast zwei Monaten geltende nächtliche Ausgangssperre werde am Montag aufgehoben, teilte Victorias Premierminister Daniel Andrews am Sonntag mit. Zugleich kündigte er neue hohe Geldbußen für Verstöße gegen die Regeln in dem am stärksten von der Pandemie getroffenen Bundesstaat an.

Unerlaubte Menschenansammlungen im Freien oder in geschlossenen Räumen sollen künftig mit umgerechnet rund 3.000 Euro bestraft werden. Eindringlich warnte Andrews davor, im Kampf gegen das Virus leichtsinnig zu werden. "Es wird mit Wucht zurückkommen. Wenn wir nachlässig werden und so tun, als sei es vorbei, wird es aus dem Ruder laufen."

Zwar können nun 130.000 Menschen zurück an ihre Arbeitsplätze. Für sportliche Aktivitäten dürfen die Einwohner sich aber weiterhin nur zwei Stunden am Tag und im Umkreis von fünf Kilometern zu ihrer Wohnung bewegen. Die Ausgangssperre galt von 21.00 bis 5.00 Uhr und war seit dem 2. August in Kraft. Eine Rückkehr zur völligen Bewegungsfreiheit sei frühestens am 19. Oktober denkbar.

Die Zahl der Toten nach einer Infektion mit dem Coronavirus stieg in Victoria nach Behördenangaben am Sonntag um zwei auf 784. Das entspricht einem Großteil der 872 Todesfälle in ganz Australien, das 25 Millionen Einwohner zählt. Die Zahl der aktiven Fälle habe mit 399 aber den niedrigsten Stand seit dem 30. Juni erreicht, sagte Andrews. Binnen 24 Stunden habe es nur 16 Neuinfektionen gegeben.

Victoria und die Millionen-Metropole Melbourne waren Ende Juni von einer zweiten Corona-Welle erfasst worden. Es folgte ein neuer Lockdown, der als einer der strengsten der Welt gilt. Nach heftiger Kritik an ihrem Krisenmanagement hatte die Gesundheitsministerin des Bundesstaats, Jenny Mikakos, am Samstag ihren Rücktritt erklärt.

Quelle: Agenturen