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1,2 Milliarden Euro Unwetterschäden in Süditalien

30. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Eine Woche nach schweren Unwettern im Süden Italiens schätzt die Regierung den Schaden auf mindestens 1,2 Milliarden Euro. Erste Mittel von 100 Millionen Euro, wie sie von Rom schon zur Verfügung gestellt wurden, reichen demnach bei Weitem nicht aus, sagte Zivilschutzminister Nello Musumeci im Ministerrat. Die betroffenen Regionen haben ihre Forderungen bereits formuliert: 700 Millionen Euro für Sizilien, 300 Millionen für Kalabrien und 200 Millionen für Sardinien.

Die endgültige Festlegung der Mittel soll in den nächsten zwei Wochen erfolgen, so Musumeci. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni versprach, dass alle zuständigen Ministerien sofort tätig werden, um die benötigten Gelder bereitzustellen.

EU-Kommission und Europäisches Parlament signalisierten Unterstützung. Roberta Metsola, Präsidentin des Europaparlaments, erklärte, Europa sei bereit zu helfen. Der Vizepräsident der Kommission, Raffaele Fitto, verwies auf den EU-Solidaritätsfonds für Naturkatastrophen, auf den Italien zugreifen könne. Den Großteil der Kosten müsse jedoch der italienische Staat tragen.

Der Sturmtief "Harry" hat in den vergangenen Tagen in Süditalien enorme Schäden angerichtet. Besonders kritisch ist die Lage in der sizilianischen Stadt Niscemi. In der 25.000-Einwohner-Gemeinde im Süden Siziliens mussten etwa 1.500 Personen aufgrund der Gefahr durch Erdrutsche ihre Häuser verlassen. Ein ganzer Stadtteil droht abzusinken.

Das Abrutschen des Bodens wurde durch den intensiven Regen verstärkt, der in der Region niedergegangen ist. Der Bürgermeister von Niscemi, Massimiliano Conti, ordnete die Schließung der Schulen an und sprach von einem "dramatischen Erdrutsch" in einer Gegend, die erst vor 29 Jahren von einem ähnlichen Vorfall betroffen war.

Zusammenfassung
  • Die italienische Regierung beziffert die Unwetterschäden im Süden Italiens auf mindestens 1,2 Milliarden Euro, während bisher lediglich 100 Millionen Euro an Soforthilfe bereitgestellt wurden.
  • Die Regionen Sizilien, Kalabrien und Sardinien fordern zusammen 1,2 Milliarden Euro, wobei allein in der sizilianischen Stadt Niscemi 1.500 Menschen wegen akuter Erdrutschgefahr ihre Häuser verlassen mussten.
  • Die EU signalisiert Unterstützung und verweist auf den EU-Solidaritätsfonds, doch den Großteil der Kosten muss Italien selbst tragen.