APA - Austria Presse Agentur

YouTuber sollte für Geld Pfizer mit Todesfällen in Verbindung bringen

25. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Eine britische Agentur, die es so nicht zu geben scheint, soll an mehrere YouTuber herangetreten sein. Sie sollten Videos produzieren, die den Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer diskreditieren.

Léo Grasset, einem Biologen, der den YouTube-Channel "Dirty Biology" mit 1,17 Millionen Follower betreibt, wurde Geld geboten, um den Impfstoff von Biontech/Pfizer schlecht zu machen. Von dem Angebot berichtete der Franzose am Montag auf Twitter. Es sei ihm ein "kolossales Budget" von einem anonymen Kunden geboten worden. Dass es sich dabei um einen Sponsoring-Beitrag handelt, hätte Grasset verschweigen sollen. Stattdessen hätte er laut "Le Monde", denen das Angebot vorliegt, sagen sollen, dass er selbst Informationen entdeckt hätte, dass nach Verabreichung des Vakzins über tausend Menschen starben. 

"Wenn Sie Videos dazu sehen, wissen Sie, dass es sich um eine Kampagne handelt", warnte Grasset auf Twitter. Nachdem der YouTuber damit an die Öffentlichkeit ging, meldeten sich weitere Influencer, die von ähnlichen Erfahrungen sprechen.

Blogeinträge verschwanden

Der französische Influencer soll auch Links mit Fakten und Zahlen bekommen haben, die die Gefahr belegen sollen, die von Impfstoffen und besonders von dem von Biontech/Pfizer ausgehen. "Le Monde" recherchierte nach. Mehrere "Info-Links" über Blogeinträge und Kommentare die sich auf diese Angaben beziehen, wurden alle innerhalb weniger Tage zwischen dem 15. und 19. Mai gepostet. Nachdem Grasset an die Öffentlichkeit ging, wurden die Einträge gelöscht.

Eine weitere Quelle soll Vakzin-Produzent AstraZeneca sein, die angegebenen Daten sollen bei einem Hackerangriff im Mai ans Tageslicht gekommen sein. Einen solchen Angriff hat AstraZeneca  jedoch niemals vermeldet.

Spur führt nach Russland

Für das Angebot soll eine PR-Agentur aus Großbritannien namens Fazze verantwortlich sein. Stunden nach dem Tweet des Franzosen wurden die LinkedIn-Profile von Angestellten der Agentur auf privat gestellt. Die Firma dürfte es so nicht geben. Der Chef des Unternehmens soll nicht aus London, sondern von Moskau aus tätig sein, wie erste Recherchen ergaben.  

Quelle: Redaktion / lam