APA - Austria Presse Agentur

Wien am Limit: Corona-Kranke dreimal so lang auf Intensivstation

22. März 2021 · Lesedauer 2 min

Intensivbetten werden in Österreich knapp. Das liegt nicht nur an mehr Kranken, sondern auch daran, dass diese jünger sind als noch vor wenigen Monaten. Die britische Variante des Virus sorgt dafür, dass Patienten öfter sterben und länger auf der Intensivstation liegen.

Die 3. Corona-Welle ist da, die Intensivbetten werden vor allem in Ostösterreich knapp. Grund dafür sind aber nicht die alarmierenden und stetig steigenden Zahlen. Am Montag wurden 165 Intensiv-Patienten vermeldet, 13 mehr als am Sonntag. Zum Vergleich: Während der Welle im November lag der Höchstwert bei 162. Die aktuelle Welle ist also schon schlimmer als die vergangene, es wird aber damit gerechnet, dass sich die Zahlen noch verschlechtern. Bis Ende März rechnet das Gesundheitsministerium allein für Wien mit 200 belegten Intensiv-Betten. Schon jetzt werden OPs verschoben und in andere Spitäler verlegt

Bis zu drei Mal so lang im Spital

Was die Situation zusätzlich verschärft, ist die inzwischen zum Großteil verbreitete britische Variante des Corona-Virus. Die Mutation ist nicht nur ansteckender, die Patienten liegen zudem mit einer Erkrankung viel länger im Spital. Und auch "jüngere Menschen erkranken häufiger sehr schwer", wie Epidemiologe Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien warnt. Der Anstieg sei dramatisch "Wirklich wirklich auffällig, ganz extrem. Auf den Intensivstationen liegen die Patienten jetzt viel viel länger, bis zu drei Mal so lang wie im September", sagte er in einem Interview den "Salzburger Nachrichten". 

Briten-Variante:  "bis zu 60 Prozent höheren Sterberate"

Der durchschnittliche Intensivpatient in Deutschland ist 60 Jahre alt, vor wenigen Monaten war er noch fast 70. Jüngere liegen laut Richard Greil, dem Vorstand der 3. Inneren Medizin in den Salzburger Landeskliniken, länger im Spital und auch auf der Intensivstation und die Zahlen von Deutschland seien durchaus auch auf Österreich anwendbar. Ältere seien oft kurz nach der Einlieferung gestorben. Jüngere halten durch, brauchen aber deshalb auch länger medizinische Betreuung. Das ist aber keinesfalls eine Entwarnung. Die Sterberate in den Intensivstationen hat sich verdoppelt, von rund einem Viertel vor einigen Monaten liegt die Sterberate laut "SN" jetzt bei der Hälfte. Die britische Mutation habe laut Greil eine "bis zu 60 Prozent höheren Sterberate".

Noch seien drei Viertel aller Spitalspatienten über 65, so Hans-Peter Hutter. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam