Virologe Weseslindtner empfiehlt auch Geimpften, sich testen zu lassen

30. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Im Interview mit PULS 24 Reporter Paul Batruel spricht Lukas Weseslindtner, Virologe an der MedUni Wien, darüber, dass nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden könne, dass nach einer Impfung milde Reinfektionen auftreten. Er rät Geimpften zur Vernunft - und zum Testen.

Der "Grüne Pass" setzt Geimpfte, Getestete und Genesene gleich. Dabei soll ein Antigentest 24, ein PCR-Test 72 Stunden gültig sein. Das kritisieren Experten. Auch Virologe Lukas Weseslindtner von der MedUni Wien ist der Meinung, dass aus virologischer Sicht ein kürzerer Zeitraum Sinn mache. Das habe unter anderem mit der Nachweisbarkeitsgrenze dieser Tests zu tun. "Ein Schnelltest ist nicht so sensitiv wie ein PCR-Test und könnte eine niedrige Viruskonzentration in der Frühphase der Infektion auch ohne Weiteres verpassen." Eine Zeitdauer, wie lang Tests gültig sein sollen anzugeben, sei "tatsächlich schwer", aber je kürzer, desto besser. Selbst 24 Stunden würden keine 100-prozentige Sicherheit garantieren. 

Reinfektionen nicht ausgeschlossen

Die Zulassungsstudien der Impfstoffe würden angeben, dass 21 Tage nach dem ersten Stich der Impfschutz eintritt. Der Schutz vor Erkrankung sei nach 21 Tagen bereits größer, nicht klar sei jedoch, wie es beim Schutz vor Übertragung aussehe. Der Schutz nach der zweiten Impfung sei natürlich besser, betont der Virologe. Es könne nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden, dass nach einer Impfung milde Reinfektionen auftreten, wo der Betroffene nicht an eine Erkrankung denken würde, eine Ansteckung aber möglich wäre.

Weseslindtner appelliert an die Vernunft der Geimpften. Bei milden Symptomen solle man sich trotzdem weiterhin testen, um andere vor Ansteckung zu schützen.

Quelle: Redaktion / lam