APA - Austria Presse Agentur

Elling: Wir blicken bei den Omikron-Zahlen "in den Rückspiegel"

21. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Österreich hinkt bei der Suche nach möglichen Omikron-Fällen hinterher. Man wisse nicht, wie hoch die Dunkelziffer sei, kritisiert Sequenzierungs-Experte Ulrich Elling.

Knapp 300 bestätigte Omikron-Fälle gibt es derzeit in Österreich. Rund 200 Fälle davon sind in Wien entdeckt worden, wo laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) alle positiven PCR-Tests vorgetestet werden. Eine Sequenzierung würde fünf bis zehn Tage dauern - der Vortest geht schneller. Das mache sonst kein anderes Bundesland. 

Dennoch: In ganz Österreich, selbst in Wien, dürfte die Dunkelziffer hoch sein, sagt Sequenzierungs-Experte Ulrich Elling von der Akademie der Wissenschaften im "Ö1 Morgenjournal". In Österreich werde zwar viel getestet, aber wenig sequenziert. Es gebe zu wenig Virusvarianten-Vortests - also PCR-Tests, die Mutationen analysieren. 

Österreich hinkt hinterher

Laut Elling hinkt Österreich bei der konsequenten Suche nach Omikron hinterher: "In Ländern wie Dänemark wird annähernd jede Probe, die positiv ist innerhalb von wenigen Tagen sequenziert. Und die Proben, die wir bekommen sind relativ sporadisch und zusätzlich auch noch typischerweise mehrere Wochen alt." "Wir blicken in den Rückspiegel und zwar ziemlich weit zurück, während wir Vollgas vorausfahren", so Elling. 

Noch werde nicht überall sequenziert und nicht überall auf neue Varianten getestet. Deshalb würden die meisten Omikron-Fälle in Wien entdeckt werden. Aber selbst hier seien die Daten zu lückenhaft, um Rückschlüsse auf die Dunkelziffer machen zu können. "Für viele andere Regionen, wissen wir einfach nur, dass wir nichts wissen", kritisiert Elling, der sich von der AGES nun ein strukturiertes Logistiksystem für Stichproben-Sequenzierungen erwartet. 

Forderung nach mehr Vortests

Das sei nötig, "um bei diesen Stichproben die Daten miteinander verschränken zu können, über das Alter der Patienten, den Impfstatus der Patienten und die Frage, wie schwer die Verläufe sind, um sofort einschätzen zu können, ob man sich bei neuen Varianten Sorgen machen muss". Derzeit habe man nur Daten aus Großbritannien oder Dänemark. Auch in Westösterreich sollten Vortests durchgeführt werden.

Quelle: Redaktion / koa