Elling über PCR-Tests an Schulen: "Kein Verständnis, dass das so dilettantisch läuft"

18. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Molekularbiologe Ulrich Elling spricht im PULS 24 Interview über die neue Omikron-Variante, die Corona-Lage an den Schulen, über den Nutzen von PCR-Tests und die mögliche vierte Impfung.

"Der einzige Schul-PCR-Test meiner Kinder von letzter Woche ist immer noch nicht ausgewertet, auch der 2. Test wartet schon", schrieb Molekularbiologe Ulrich Elling am Dienstag auf Twitter. Im PULS 24 Interview legt er nach: "Nach so langer Zeit" habe er kein Verständnis mehr dafür, dass das "so dilettantisch" läuft.

Offene Schulen seien ein hohes gut für die Kinder und die Gesellschaft, gerade deshalb müsse das funktionieren, kritisiert er sein Heimatbundesland Niederösterreich. Scheinbar habe es aber nur ein Kriterium bei der Ausschreibung gegeben: Den billigsten Anbieter zu nehmen. Eigentlich seien in Schulen drei PCR-Tests pro Woche nötig.

 

Dass man in Österreich nun wieder auf die Antigentests setzen wolle, habe nur den Grund, dass man es nicht geschafft habe, die PCR-Tests auf die Straßen zu bringen und das "ist peinlich", so Elling. Allerdings merkt der Molekularbiologe an, dass, wenn es das Ziel sei, in gewissen Bereichen die Endemie zu leben, man auch nicht mehr so viel testen müsse. Das müsse man aber dann auch klar kommunizieren. 

"Wir werden Corona nie wieder los"

"Wir werden Corona nie wieder loswerden, so wie es aussieht", sagt Elling. Aber man könne das Immunsystem trainieren. Daher mache es aus seiner Sicht Sinn, auf "Durchseuchung" - also "den ersten Versuch, eine endemische Welle zuzulassen" - zu setzen. Bei Geimpften und Jungen könne das gelingen, man müsse aber immer vulnerable Gruppen, Krankenhäuser und Altenheime und auch Ungeimpfte schützen. 

"Vorzeichen haben sich geändert"

Bevor die Omikron-Variante aufgetreten ist, sagte Elling, dass eine Impfquote von 85 Prozent nur mit einer Impfpflicht erreichbar sei. Das stimme immer noch, sagt er heute, aber die "Vorzeichen" hätten sich geändert. Damals habe man den Optimismus gehabt, mit einer hohen Impfquote Ansteckungen verhindern zu können. Das stimme so nicht mehr, aber schwere Krankheitsverläufe könne die Impfung verhindern. Corona sei als Atemwegerkrankung eben eine Krankheit, die man immer wieder bekommen könne. 

Neue Omikron-Variante

Dem Impfpflicht Gesetz könne er einiges abgewinnen, da es Flexibilität ermöglicht. Allerdings gäbe es auch offene Fragen: So läuft der Grüne Pass noch vor dem Sommer bei einigen Geboosterten aus. Es mache aber mehr Sinn, den vierten Stich erst vor der nächsten Welle - wahrscheinlich im Herbst - zu verabreichen. Denn auch die vierte Impfung lässt nach einer gewissen Zeit nach. 

Es gebe außerdem noch eine weitere Omikron Variante BA.2., warnt Elling, über die wisse man allerdings "schlichtweg gar nichts". 

 

Quelle: Redaktion / koa