Salzburg: Problem sind nicht Betten, sondern Personalmangel

16. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Das Hauptproblem bei der eingeschränkten medizinischen Versorgung in Salzburg seien nicht zu wenige Betten, sondern das nicht vorhandene Personal, erklärt der stv. ärztliche Leiter einer Klinik im Pongau. Das zeichne sich seit Jahren ab und sei jetzt nicht mehr bewältigbar.

In zwei Wochen hätten sich die Patienten im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach im Salzburger Pongau verdreifacht, erzählt dessen stellvertretender ärztlicher Leiter Josef Riedler im PULS 24 Interview. Trotzdem sei die Situation nicht so kritisch wie in den Landeskliniken, wo ein Triagen-Team eingesetzt werden musste. Fast täglich würde man von dort Patienten übernehmen, um die anderen Krankenhäuser zu entlasten. 

In Schwarzach betreue man aktuell sieben Covid-Intensivpatienten, in der nächsten Stufe stocke man auf zehn auf, die man vor Ort beatmen könne. Es sei noch keine Triage notwendig, in der vergangenen Woche wurden jedoch 30 Betten geschlossen. Erreiche man die nächste Stufe des Ausbauplans, wären zehn weitere dran. Riedler rechnet damit, dass das kommende Woche so weit sein wird. 

Seit Jahren Personalproblem 

Die "Normal"-Betten müssen geschlossen werden, um Pflegefachkräfte für Covid-Patientenbetreuung freizuspielen. Es gehe also nicht per se um Betten, sondern immer um das Personal. Schon "seit Jahren", so der Arzt, hätte man das Problem: "Das haben wir bisher gut gemeistert, aber jetzt mit Covid ist das nicht mehr möglich." Das Hauptproblem sei aktuell der Engpass in der Erwachsenen-Intensivstation. 

Der 5-Stufen-Plan, den Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Dienstag vorstellte, sei laut Riedler "sehr nützlich". Riedler hebt dabei vor allem die angekündigte Umwidmung einer Reha-Klinik hervor, die Haslauer angekündigt hat. Durch diese Ausweichmöglichkeit, so hoffe er, werde es zu einer deutlichen Erleichterung kommen. 

Die gute Zusammenarbeit der Spitäler in Salzburg sei ein großer Vorteil. Man regiere flexibel und schaffe es, in kurzer Zeit Überbelegungen zwischen den Häusern auszugleichen. Es herrsche große Hilfsbereitschaft und großer Zusammenhalt.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam