"Ruder herumreißen": Nowotny will schärfere Maskenpflicht und Event-Beschränkungen

20. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Virologe Norbert Nowotny glaubt, dass man in Österreich die Corona-Lage entschärften könnte. Er widerspricht der Politik bei Gratis-PCR-Tests und Lockerung der Maskenpflicht.

Trotz Vollimunisierung, also Impfung mit allen Dosen, sei ein Restrisiko vorhanden, warnt Virologe Norbert Nowotny im PULS 24 Interview mit Daniel Reschitzegger. Nach dem Corona-Fall bei den Salzburger Festspielen sei er froh, dass das Frequency-Festival abgesagt wurde. 

Nowotny empfiehlt, zu 75-prozentiger oder noch besser "zu 50-prozentiger Auslastungen bei Großveranstaltungen" zurückzukehren. Die Neuansteckungen in Österreich gehen in die Höhe, aktuell liegen sie bei 316 Fällen am Dienstag. Die Delta-Variante mache den Großteil der Infektionen aus. Man könne das Ruder noch herumreißen, indem man jetzt Maßnahmen setze. Großbritannien gehe den anderen Weg und öffne alles trotz enorm hoher Zahlen. Das sei, als würde man ins offene Messer laufen.

Masken- und Registrierungspflicht

"Ich bin froh, dass zumindest in einigen Bereichen leichte Verschärfungen durch die Politik in Österreich vorgebeben werden", sagt der Virologe und zeigt sich erleichtert. Aber das sei noch zu wenig. Man bauche weitere Verschärfungen, damit die Zahlen nicht explosionsartig steigen. Nowotny spricht sich für Maskenpflicht und das Beibehalten der Registrierungspflicht zur leichteren Nachverfolgung bei positiven Fällen aus. So seien Großveranstaltungen noch möglich. 

"Eines ist klar, im Herbst, wo die Saison für Atemwegsinfekte ist, werden die Zahlen sowieso weiter steigen."

Allen Reiserückkehrern empfiehlt Nowotny, sich einem PCR-Test zu unterziehen: "Das ist keine große Sache und hilft enorm." Deshalb sei er auch gegen kostenpflichtige Tests, wie sie für den Herbst im Raum stehen. 

Auch die zurzeit heftig diskutierte Impfpflicht bei Lehrern hält er für sinnvoll, geht aber noch weiter und schließt auch das gesamte Gesundheitspersonal mit ein, aber "der Apell an diese Menschen sollte reichen."

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam