Österreicherin in Dubai: "Meine Situation ist kompliziert"

08. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Das Außenministerium hat Julia Katharina Wutte mehrere Rückholflüge angeboten. Wutte lehnte ab. Aus Angst am Flughafen festzusitzen, wie sie sagt. Eine Rolle spielt auch ihr Vertrag mit der Reederei.

Julia Katharina Wutte sitzt auf einem Kreuzfahrtschiff in der Nähe von Dubai fest. In einem emotionalen Facebook-Video bittet die Kärntnerin um Hilfe. Die Cirque-de-Soleil-Tänzerin wurde vor drei Wochen positiv auf das Coronavirus getestet. Seither ist sie in Isolation in einer Einzelkabine.

Eine Ausreise sei bislang aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich gewesen, sagt Wutte gegenüber PULS 24. Bucht die Kärntnerin von sich aus einen Fluge, wäre dies laut Wutte Vertragsbruch. "Somit entfällt natürlich automatisch die Versicherung", sagt sieDas Außenministerium habe ihr zwar Flüge angeboten, die Tänzerin hatte aber befürchtet ohne Versicherung und ohne Aufenthaltsgenehmigung am Flughafen in Dubai festzusitzen, weil die Vereinigten Arabischen Emirate vorübergehend die Visafreiheit ausgesetzt haben.

Eine Ausreise sei laut der Kreuzfahrtgesellschaft MSC gefährlich gewesen. "Eine Ausreise auf eigene Faust könnte sogar im Gefängnis enden", sagt MSC-Pressesprecher Dominik Gebhard im Gespräch mit PULS 24. Grundsätzlich organisiere und bezahle die Reederei für jedes Besatzungsmitglied einen Rückflug. Das sei Teil des Vertrags. In Bezug auf die Vorwürfe von Wutte verweist der Pressesprecher auf die Vorgaben der örtlichen Gesundheitsbehörden. Diese würden für eine Ausreise einen negativen Covid-19-Test verlangen. "Da unser Crew-Mitglied positiv getestet wurde, konnte sie aufgrund ihres Gesundheitszustands nicht wie geplant nach Hause reisen", sagt Gebhard.

Ausreise wäre laut Außenministerium möglich gewesen

Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer sagt: "Die Emirate haben im Zuge der Corona-Krise die Visafreiheit zwar vorübergehend aufgehoben, das heißt für das Verlassen des Schiffes bedarf es einer Genehmigung. Diese Genehmigung hätte Frau Wutte mit konsularischer Unterstützung problemlos erhalten." Das habe bei zahlreichen anderen Österreichern und EU-Bürgern auch geklappt.

Das Außenministerium habe Wutte verschiedene Rückholflüge angeboten, die sie alle abgelehnt habe, sagt Guschelbauer. "Die Ausreise von Frau Wutte am 11. April ist nicht an irgendeiner administrativen Hürde gescheitert, sondern daran, dass sie positiv auf Covid19 getestet wurde", sagt er.

Mit dem Außenministerium steht Wutte weiterhin in gutem Kontakt. Dort ist man bemüht die Kärntnerin schnellst möglich heimzuholen. "Wir versuchen sie runter zu bekommen", sagt Guschelbauer. Das geht allerdings erst, wenn sie negativ auf das Coronavirus getestet wird. Zuletzt wurde Julia Katharina Wutte am Dienstagabend getestet. Das Ergebnis erwartet sie in vier bis sieben Tagen. Auch die MSC will der Artistin eine Ausreise ermöglichen: "Sobald sie sich vollständig erholt hat und nicht mehr positiv getestet wird, werden wir ihre sichere Rückkehr nach Österreich arrangieren können", heißt es in einer Aussendung. Die Antwort darauf, ob die Reederei ihr bereits vor der Infektion mit dem Coronavirus einen Rückholflug organisiert hatte, blieb die MSC bislang schuldig. 

Soraya PechtlQuelle: Redaktion / spe