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Kritik am Bund: Wien könnte wieder auf strengere Corona-Regeln setzen

15. März 2022 · Lesedauer 2 min

Am Dienstag reagiert Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Rahmen einer Pressekonferenz auf die neue Teststrategie und die Lockerung der Corona-Regeln durch den Bund.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) gab in einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt, dass nur mehr ein beschränktes Kontingent von Corona-Tests pro Person gratis sein wird. Jeweils fünf kostenlose PCR- und Antigen-Tests (sowie ein Test pro Woche in den Schulen) sollen zu Verfügung stehen.

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Auf die Frage, ob dies ausreichend sei, meinte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), dass er sich zuerst anschauen muss, ob die "Alles gurgelt"-Kampagne damit aufrechtzuerhaltend sei. "Ein flächendeckendes Testprogramm" hält Ludwig für "gut". Für Wien seien die neuen Pläne allerdings eine "Reduktion der Mittel". 

"Wenig Anlass für Optimismus"

"Die bisherige Performance des Bundes gibt mir eher weniger Anlass für Optimismus", meint Ludwig und glaubt nicht, dass man so rechtzeitig über eine weitere Welle im Herbst reagieren könne. Mit Wien sei außerdem "nicht zeitgerecht" verhandelt worden, merkt Ludwig an. Er wurde erst während der Pressekonferenz vom Gesundheitsminister angerufen. 

Wien als Test-"Pionier"

Der Bürgermeister sieht Wien als  weltweiter "Pionier" in Sachen der COVID-Teststrategie. "Wir haben Infizierte sehr schnell aus der Infektionskette herausgeholt und hatten einen guten Überblick über die Verbreitung und Mutationen des Virus registrieren können", erklärt Ludwig.

Obwohl es jetzt Medikamente gegen die Corona-Erkrankung gebe, hält Ludwig es für notwendig weiterhin an einer "konsequenten Teststrategie" festzuhalten. Außerdem "hätte es Sinn gemacht", die Corona-Maßnahmen "kontinuierlich" zurückzunehmen und nicht "verfrüht" wie es die Bundesregierung gemacht habe, meint Ludwig. 

Strengere Maßnahmen in Wien?

Ludwig sei zwar in der Pandemiebekämpfung immer für bundesweit einheitliche Regeln. Aber "wenn ich das Gefühl habe, dass es auf Kosten der Gesundheit der Wiener Bevölkerung gehen wird, dann werden wir abweichende Maßnahmen setzen", kündigte der Stadtchef an - der sich demnächst wieder mit seiner Runde aus Fachleuten beraten wird.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj