Keine Ansteckung in der Gastro? Experten sind sich uneins

28. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Wird die Öffnung der Gastronomie die Corona-Zahlen in die Höhe treiben? Nein, sieht Public-Health Experte Fidler am Beispiel Vorarlbergs bestätigt. Das relativiert Ökonom Halla, der die unsichere Datenlage aufschlüsselt und einen Unsicherheitsfaktor bei 35 Prozent der positiv Getesteten sieht.

Vorarlberg, die Öffnungs-Testregion Österreichs, hatte am Mittwoch erneut die höchste Sieben-Tages-Inzidenz, Derzeit liegt sie bei 236,7. Trotzdem will man am 19. Mai umfassende Öffnungsschritte in Österreich setzen. Auch die Gastronomie verlangte vehement nach einer Öffnung.

Die steigenden Corona-Zahlen in Vorarlberg hätten mit der Gastro-Öffnung nichts zu tun, betonen viele Experten. Public-Health-Experte und Mitglied der Corona-Kommission Armin Fidler macht auf PULS 24 dafür das Ausbreiten der britischen Variante verantwortlich. Auch die Zahlen auf den Intensivstationen seien seit über einem Monat stabil. Man beobachte die Zahlen sehr genau scheue absolut nicht davor zurück  Maßnahmen zu ergreifen, sollte es zu einem Systemrisiko kommen. 

Fidler: Gastro-Öffnung nicht schuld an den Clustern

Public-Health-Experte Armin Fidler erklärt im Interview bei PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi warum die Modellregion trotz Anstieg der Zahlen funktioniert und woher die Cluster kommen.

Unsicherheit bei 35 Prozent der Erkrankten

Diese positive Sicht relativiert hingegen Ökonom Martin Halla von der Johannes Kepler Universität Linz auf PULS 24. Laut ihm stellt die AGES Vorarlberg Daten zur Cluster-Bildung zur Verfügung. Man könne aber nur 65 Prozent der Fälle zurückverfolgen. Die Cluster-Analysen seien immer nur so gut, wie der Wille der Bevölkerung, bei der Nachverfolgung mitzumachen. 

Wenn man also sagt, es gebe keine Ansteckung in der Gastronomie, könne man das nur auf die 65 Prozent beziehen, die man geklärt habe. Es wäre aber ungeklärt, ob bei den restlichen 35 Prozent nicht doch eine Ansteckung passiert sei.  

Quelle: Redaktion / lam