APA - Austria Presse Agentur

Kärnten weitet FFP2-Maskenpflicht aus

15. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen wird die Maskenpflicht in Kärnten ausgeweitet. das verkündet Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) in einer Pressekonferenz. Die Maßnahmen-Verschärfung soll kommenden Freitag, 19. November 2021, in Kraft treten und gilt vorerst bis 5. Dezember 2021.

Die Kärntner Landesregierung hat am Montag die Corona-Maßnahmen verschärft. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) erklärte am Nachmittag bei einer Pressekonferenz, dass es praktisch überall eine Maskenpflicht geben werde. Die entsprechende Sitzung sei noch im Gange, daher könnten noch einige Dinge dazukommen, so Kaiser. Die Maßnahmen der Bundesregierung seien die "Unterkante", man müsse mehr tun, um die Kontakte zu reduzieren. Die Maßnahmen treten am Freitag in Kraft.

Contact Tracing wird aufgestockt

Das Tragen einer FFP2-Maske werde auch "am Ort der beruflichen Tätigkeit" vorgeschrieben, wenn nicht "sonstige geeignete Maßnahmen" zur Vermeidung von Infektionen ergriffen werden können. Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen wird die Maskenpflicht auch auf die Mitarbeiter ausgeweitet. In Lokalen sind Konsumationen nur noch am Sitzplatz erlaubt, beim Aufstehen gilt Maskenpflicht, wie auch in Hotels, wo in allen allgemein zugänglichen Bereichen Masken zu tragen sind.

In den Bereichen Kultur und Freizeit kommt die Maskenpflicht für Kunden, Ausnahmen soll es laut Kaiser nur für den Nassbereich bzw. bei Bedienung eines Fitnessgeräts geben. Bei Zusammenkünften, egal ob drinnen oder im Freien, muss ebenso Maske getragen werden wie auf Märkten und Gelegenheitsmärkten oder etwa in Reisebussen.

Man habe das Contact Tracing bereits personell aufgestockt, sagte Kaiser. Am Dienstag werde er beim Bundesheer um weitere Unterstützung ansuchen. Sollte zu wenig Personal da sein, werde man bei Bedarf auf Milizsoldaten zurückgreifen. Gleichzeitig plane man gemeinsam mit den 132 Gemeinden einen positiven Wettbewerb zur Impfung unter dem Motto "Kärntens Gemeinden impfen", kündigte der Landeshauptmann an. Auch Ärzte und Gesundheitsberufe sollen eingebunden werden.

"Machen das nicht aus Jux und Tollerei"

Kaiser betonte, die ÖVP als Koalitionspartner trage die Entscheidungen mit, Landesrat Martin Gruber (ÖVP) sei in der noch laufenden Sitzung geblieben. "Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei", meinte er zu den Verschärfungen. Er wies darauf hin, dass es am 1. November 115 Corona-Patienten in den Spitälern gegeben habe, eine Woche später 158, am Montag seien es bereits 225. Diese Entwicklung sei zum Glück noch nicht auf den Intensivstationen angekommen, aber auch dort rechne man mit steigenden Zahlen.

Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) erklärte, der R-Faktor liege in Kärnten derzeit bei 1,8. "Wir müssen ihn unter eins kriegen." Sie appellierte neuerlich an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Bei den Kärntner Impfstraßen, die auch am Sonntag offen haben, gebe es freie Kapazitäten. Die Entwicklung bei den Impfungen bezeichnete Prettner als positiv: Die wöchentlichen Impfzahlen seien in den letzten Wochen von 8.000 auf 18.000 und in der vergangenen Woche auf 32.000 gestiegen.

Mehr als 900 Neuinfektionen in Kärnten

Bereits am Wochenende hatte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) anklingen lassen, dass Kärnten strengere Regeln verhängen könnte.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Kärnten in den vergangenen Tagen stark in die Höhe geschnellt. Von Freitag bis Sonntag wurden jeweils mehr als 900 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Die Inzidenz stieg auf über 900 und ist damit die dritthöchste in Österreich hinter Salzburg und Oberösterreich.

Mit Montagfrüh hatte es einen starken Anstieg bei den Covid-Patienten in den Kärntner Krankenhäusern gegeben, mit 225 waren es doppelt so viele wie noch Ende Oktober. 31 Patienten mussten mit Stand Montagfrüh intensivmedizinisch versorgt werden.

Quelle: Agenturen / koa