Janik: Impfpflicht-Ausnahme für Schwangere politisch motiviert

10. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Die Impfung für Schwangere sei wichtig, um Komplikationen zu vermeiden, so Menschenrechtsexperte Ralph Janik. Trotzdem seien sie aus politischen, nicht medizinischen Gründen, ausgenommen worden, um radikalen Impfgegnern keine Argumente zu liefern.

Beim Entwurf für das Impfpflicht-Gesetz sind Schwangere ausgenommen. Man würde, wenn es um die Ausnahme geht, Ursache und Wirkung "bewusst, ideologisch bedingt" vermischen, um daraus "Kapital schlagen zu können", kritisiert Ralph Janik, Experte für Menschenrechte und Völkerrecht.

Wenn Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft ihr Kind verlieren, könnten radikalisierte Impfgegner das instrumentalisieren, um zu sagen, dass die Impfung der Grund dafür gewesen sei. "Deshalb scheint der Gesetzgeber zu sagen, 'wir wollen nicht, dass diese sensible Phase zweckentfremdet wird'".

Staat will nicht als "Todbringer" dastehen

"Obwohl in den Bemerkungen (des Gesetzesentwurfs, Anm.) festgehalten wird, wie wichtig die Impfung gerade in der Schwangerschaft ist", weil ein höheres Risiko für Komplikationen bestehe, wolle man nicht so weit gehen, sie zu verpflichten. Seiner Meinung nach ist der Grund dafür, dass der "Staat dann so dasteht, als sei er ein Todbringer". Das sei jedoch mehr eine politische als eine medizinische Entscheidung.

Impfpflicht-Ausnahmen

Ein weiterer Punkt, der auch in der Mediziner-Community viel Sprengstoff habe, sei, dass Ärzte Atteste für eine Impfpflicht-Ausnahme ausstellen dürfen. Die Stimmung sei so aufgeheizt, dass manche wirklich große Angst vor der Impfung haben. Das könnte man geltend machen. Andererseits gebe es auch Ärzte – das hätte man schon bei Ausnahmen für die Maskenpflicht gesehen – die bereit wären inflationär Atteste auszuhändigen. Man würde Medizinern zumuten, anderen Ärzten vorzuwerfen, nicht wissenschaftlich, sondern ideologisch gehandelt zu haben.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam