APA - Austria Presse Agentur

Impfverweigerer wollen sich "nichts vorschreiben lassen"

24. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Ein Viertel der Österreicher verweigert die Corona-Impfung. Die Gründe gehen weit auseinander. Angst vor der Spritze hält einige wenige ab, sich nichts vorschreiben lassen zu wollen hingegen die meisten.

Eine Umfragen-Reihe von Gallup fühlt dem Impfverhalten der Österreicher auf den Zahn. Während die Impfbereitschaft der Österreicher bei 71 Prozent stabil beziehungsweise leicht ansteigend ist, will sich ein Viertel im Juni eher oder sicher nicht pieksen lassen. 

Impfbefürworter - laut der Umfrage knapp drei Viertel des Landes - können oft nicht nachvollziehen, warum manche den Stich verweigern. 

Hauptgrund: Selbstbestimmung

Der Hauptgrund für die Ablehnung der Corona-Impfung ist die Selbstbestimmung. Man wolle sich nichts vorschreiben lassen. 

Doch auch faktische Gründe halten viele davon ab, zum Arzt oder in die Impfstraße zu gehen. Vier von fünf Impfverweigerer zweifeln an der Schutzwirkung der Vakzine. Ungefähr genauso viele fürchten sich vor Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von AstraZeneca, Biontech/Pfizer und Moderna sowie Johnson & Johnson. 

Mehr als ein Drittel der Impfgegner glaubt, eine bessere Möglichkeit im Kampf gegen eine Ansteckung mit Corona gefunden zu haben. Sie verlassen sich auf die Ratschläge der Alternativmedizin.

Und bei zwölf Prozent der Befragten sind es entweder schnöde Termingründe, dass sie also keine Zeit haben, sich impfen zu lassen oder eine solche Angst vor Spritzen, dass deshalb die Befragten aus diesem Grund eine Impfung nicht in Betracht ziehen. 

APA - Austria Presse Agentur

Für 84 Prozent "Frage der Verantwortung"

Für eine Impfung spricht bei den Befürwortern in erster Linie ein normaler Alltag und der Schutz vor einer schweren Erkrankung. Immerhin 84 Prozent sehen es aber auch als eine Frage der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. 19 Prozent sagen, dass sie nicht negativ auffallen möchten.

Österreicher zufriedener mit Regierung

Etwas gestiegen ist auch die Zustimmung zum Vorgehen der Regierung in der Pandemie. Von 42 bis 43 Prozent im Frühling ist der Wert im Juni auf 52 Prozent geklettert. Mit jeweils rund einem Drittel Zustimmung zur Corona-Politik der Partei liegen ÖVP und Grüne an der Spitze, auch wenn die Werte deutlich schlechter sind als vor einem Jahr. Die SPÖ folgt mit 29 Prozent knapp dahinter. Weniger Anklang finden die Zugänge von NEOS und FPÖ mit 14 bzw. zwölf Prozent.

Die Pandemie im Griff sehen derzeit 48 Prozent, 41 Prozent haben da ihre Zweifel.

Silvia Hruška-Frank, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik der Arbeiterkammer, spricht u.a. über die Corona-Impfung und die Auswirkungen auf die Arbeitswelt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam