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Gecko-Chefin zu Öffnungen: "Epidemiologisch ist nichts in Stein gemeißelt"

17. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Gecko-Chefin Katharina Reich will schauen, "wie's läuft" bis 5. März, wenn fast alle Corona-Maßnahmen fallen sollen. Epidemiologisch sei aber nichts in Stein gemeißelt. Reich lobt den österreichischen "Mitmach-Modus". Jeder könne weiter eine FFP2-Maske tragen.

Nach den am Mittwoch verkündeten, umfassenden Öffnungsschritten ab 5. März sprechen sich immer mehr Experten dagegen aus. Auch Umweltmediziner Hans-Peter Hutter konnte im Newsroom LIVE am Mittwoch das Ende der FFP2-Maskenpflicht und der 2G- und 3G-Regeln nicht nachvollziehen.

"Auch in meiner Seele schlagen zwei Herzen", kommentiert die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit und Leiterin des Gecko-Krisenstabs Katharina Reich im "Ö1 Morgenjournal" die Öffnungsschritte. Es gebe jetzt das frühestmögliche Zeitfenster für Öffnungen, das würde der Bundeskanzler ausnützen. Er hätte die Lockerungen auch mit deutlich reduziertem Systemrisiko - also der Belegung der Spitäler - begründet. 

Öffnungen zu früh? Reich: "Schau ma, wie's läuft"

Wenn am 5. März in den Intensiv- und Normalstationen weiter eine vertretbare Auslastung gegeben sei, spreche nichts gegen Öffnungen. Aber epidemiologisch "ist nichts in Stein gemeißelt". Öffnungsschritte bräuchten auch einen gewissen "Vorlauf", begründet Reich den frühen Zeitpunkt der Verkündung. Man habe noch zweieinhalb Wochen Zeit, bis die neuen Regeln in Kraft treten. "Schau ma, wie's läuft."

Wiener Sonderweg "respektieren"

Die Gecko würde weder Zeitpunkte noch Vorgehensweisen für Bundesländer vorschlagen. Stattdessen konzentriere sie sich auf die Aufbereitung von Prognosen und das Modellieren von Szenarien. Die Entscheidung von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, strenger vorzugehen, sei "zu respektieren". 

"Jeder kann Maske verwenden"

Menschen, die sich noch nicht oder aus gesundheitlichen Gründen gar nicht impfen lassen können auch weiterhin zu schützen sei "gut möglich", glaubt die Gecko-Chefin. Ungeimpfte, die die Impfung nicht wollen, inkludiert sie in ihrer Aufzählung jedoch nicht. "Masken sind weiterhin unser täglicher Begleiter", obwohl die Maskenpflicht ebenfalls großteils fallen soll. Sie stellt in Frage, "ob man für alles immer eine Verpflichtung braucht". "Es kann jeder die Maske verwenden und es werden sie viele Menschen weiter verwenden." Drei Viertel der Österreich seien "in einem guten Mitmach-Modus".

Dass die Regierung ein "Alles ist vorbei"-Signal sende sei "nicht einfach". Aber irgendwann sei der Zeitpunkt da, "wo man in eine andere Phase der Pandemie eintritt". Viele Regeln seien jetzt "in einem Stand-By-Modus", man könne sie aber reaktivieren, wenn die Lage es erfordere. 

Ob die Regierung beim Hin und Her mit der Impfpflicht dabei versagt, die Impfquote zu steigern "wollen andere beurteilen", hält sich Reich mit Kritik zurück. Es liege auch in den Händen jedes Einzelnen, ob man sich impfen lasse. Es bringe nichts, zu warten. Dafür habe man "jetzt keine Zeit". Trotzdem sei es wichtig, dass die Regierung weitere Anreize setzt. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam