Impfstoffmangel in Indien: Leyser fordert Aufhebung der Patente

30. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Laura Leyser, Geschäftsführerin von "Ärzte ohne Grenzen Österreich" fordert, dass Patente für Corona-Impfstoffe und Medikamente vorübergehend aufzuheben. Nur wenn genug Impfstoff für alle da sei, könne die Pandemie bekämpft und dem Entstehen neuer Mutationen entgegengewirkt werden.

In Indien ist ein weltweiter Höchstwert an neuen Corona-Infektionen binnen eines einzigen Tages erfasst worden. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 386.000 Infektionen registriert, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Im selben Zeitraum starben weitere 3498 Menschen mit oder an dem Virus. In dem südasiatischen Land mit insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern sind Krankenhäuser und Krematorien überfüllt. Medizinischer Sauerstoff ist knapp.

Einfachste Corona-Maßnahmen unmöglich

Ärzte ohne Grenzen hilft in Mumbai, einer der größten Städte Indiens. Österreich-Geschäftsführerin Laura Leyser schildert im Interview mit PULS 24, dass es den meisten Indern unmöglich ist, Abstand zu halten oder sich auch nur regelmäßig die Hände zu waschen. Das ließen die Lebensumstände auf dem Subkontinent nicht zu. Ärzte ohne Grenzen habe Sauerstoffgeräte gespendet und versuche mit einem 50-köpfigen Team vor Ort zu helfen. Außerdem werden Schritte unternommen, um das Projekt zu vergrößern. Es gebe zu wenig Impfstoff, obwohl Indien einer der größten Produzenten weltweit sei. Risikogruppen und medizinisches Personal müssten dringend geimpft werden.  

Genügend Impfstoff für alle

Leyser fordert eindringlich, das "systemische Ungleichgewicht" aufzuheben. Patente sollen vorübergehend aufgehoben werden, um mehr Impfstoff und Medikamente produzieren zu können. Es müsse nachhaltig zu einer besseren Verteilung kommen, sonst würden neue Mutationen entstehen, die auch uns betreffen würden. Nur mit genügend Impfstoff für alle könne man die Pandemie bekämpfen. 

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Quelle: Redaktion / lam