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Impf-Europameister Portugal verhängt präventiven Lockdown

01. Dez. 2021 · Lesedauer 2 min

In Portugal gilt seit Mittwoch wegen steigender Corona-Zahlen wieder der Notzustand mit neuen Beschränkungen und Testregeln.

Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, müssen nun einen negativen Test vorweisen - selbst dann, wenn sie geimpft oder genesen sind. Homeoffice wird von der Regierung in Lissabon "dringend empfohlen". Zudem wird es nach den Jahresendfeiertagen eine "Woche der Zurückhaltung" geben. Dabei soll es obligatorisches Homeoffice sowie geschlossene Schulen, Universitäten, Bars und Diskotheken geben.

Geimpfte und Genesene müssen seit Mittwoch wie Ungeimpfte beim Besuch von Bars und Discos, von Krankenhäusern und Seniorenheimen sowie von Großveranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen, berichtete die Zeitung "Público".

Impfquote von 87 Prozent

Neben anderen Maßnahmen gilt auch wieder eine generelle Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen. Zum Besuch von Restaurants, Fitnesszentren, touristischen Einrichtungen und Veranstaltungen mit nummerierten Plätzen gilt die 3G-Regel.

Mit 87 Prozent hat Portugal eine der höchsten Impfquoten der Welt, elf Prozent der Menschen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz klettert allerdings schon seit vielen Wochen. Sie lag zuletzt bei über 200, in Österreich liegt sie bei 890. In Österreich liegen 649 Covid-Patientien in den Intensivstationen, in Portugal 63.

Dennoch wird in Portugal gewarnt: "Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass wir uns in eine Phase des wachsenden Risikos hineinbewegen", warnte Regierungschef António Costa. Portugal sei zwar eines der Länder mit der höchsten Impfquote der Welt, sagte Costa. Und das helfe nun, die Zahl der schweren Erkrankungen und der Todesfälle erheblich zu reduzieren. "Aber die Pandemie ist leider nicht zu Ende." Deswegen läuft in Portugal eine Kampagne zur Impfauffrischung.

Viele Risikofaktoren

Costa erinnerte an die dramatische Situation nach dem letzten Jahreswechsel, als die Corona-Zahlen explodierten und die Spitäler vor dem Kollaps standen. Damals mussten andere EU-Länder Portugal zu Hilfe kommen. So schickte die deutsche Bundeswehr Ärzte, Pfleger und Feldbetten nach Portugal. "Diese Szenen", so Costa, "dürfen sich nicht wiederholen." 

Risikofaktoren gebe es nun gleich mehrere: Der bevorstehende Winter, ebenso die Weihnachtszeit mit vielen sozialen Treffen in der Familie und im Freundeskreis. Aber auch die äußerst heftige Virus-Welle in vielen nördlich liegenden europäischen Ländern könne Portugal mitreißen, da Corona unter Umständen auch mit den Urlaubern wieder verstärkt ins Land kommt. Die neue Omikron-Variante sorgt ebenfalls für sorgen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa