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Gefährlichere BA.2-Variante nächste Woche dominant - wackeln die Öffnungen?

18. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Die neue Omikron-Untervariante BA.2 soll laut Prognose-Konsortium schon kommende Woche in Österreich dominant sein. Steigen die Krankenhauszahlen dadurch, könnten selbst die Öffnungsschritte wackeln. Neueste Studien gehen davon aus, dass BA.2 gefährlicher sein könnte als die aktuelle Omikron-Variante. In Deutschland warnt man bereits vor zu schnellen Öffnungen.

Das österreichische Covid-Prognosekonsortium geht ab nächster Woche davon aus, dass die Omikron-Untervariante BA.2 hierzulande dominant werden könnte. Laut AGES lag der Anteil von BA.2 in der Vorwoche bei 21,8 Prozent. Der Anteil variiere jedoch zwischen den Bundesländern in einem Bereich von zehn bis 30 Prozent.

Komplexitätsforscher Peter Klimek ist aber vorsichtig optimistisch: "Wir erwarten aber nicht, dass BA.2 so stark aufschlägt, dass es die bisherigen Höchstwerte nochmals pulverisiert." Vorsichtiger sieht man die Lage in Deutschland. 

Für die Spitäler wird vom Konsortium aktuell nicht mit einer stärkeren Auslastung gerechnet, es könnte aber sein, dass sich die hohe Belegung "in die Länge" zieht. Die weitgehende Öffnung Österreichs am 5. März scheint also nicht in Gefahr. Bundeskanzler Karl Nehammer betonte aber am Freitag, dass die Zeit bis Anfang März ein Beobachtungszeitraum sei. Bis zum 5. März werde man evaluieren und notfalls noch Änderungen vornehmen, wenn Experten dazu raten. Das tun sie bisher nur in Deutschland. 

Lauterbach mahnt zur Vorsicht

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat trotz leicht sinkender Corona-Infektionszahlen zu weiter nötiger Vorsicht gemahnt und vor zusätzlichen Lockerungen gewarnt. Die Entwicklung sei "noch nicht wirklich in sicheren Gewässern". Lauterbach verwies neben dem weiter hohen Anteil Ungeimpfter bei gefährdeten Menschen und Älteren auf die neue Omikron-Variante, die wohl ansteckender sein soll.

RKI: Neuinfektionsentwickung unsicher

Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) warnt vor Unsicherheiten bei der Corona-Prognose wegen BA.2. Es lägen noch nicht ausreichend Daten vor, um die Eigenschaften des Subtyps hinsichtlich der Krankheitsschwere genauer beurteilen zu können. Die Ausbreitung schreite aber in Deutschland voran, die Neuinfektionen könnten sich also in beide Richtungen entwickeln. 

Forscher: Gefahr von BA.2 größer als bei BA.1

Experten gehen nach neuesten Daten davon aus, dass der Omikron-Subtyp deutliche Unterschiede zur in Österreich grassierenden Variante BA.1 aufweist. Darauf weisen im Preprint - also ohne Überprüfung von Fachkollegen - veröffentlichte Studiendaten mehrheitlich japanischer Forscher hin. Zu den Differenzen zählen die wohl deutlich höhere Übertragbarkeit von BA.2 sowie die Immunantwort und Pathogenität.

Auf Basis der erfassten Unterschiede bei menschlichen Zellproben im Labor und Infektionsversuchen etwa bei Hamstern schlagen die Autoren einen eigenen Buchstaben des griechischen Alphabets für BA.2 vor. Die Untersuchungen, so die Autoren der Studie, legten insgesamt den Schluss nahe, "dass das Risiko von BA.2 für die globale Gesundheit potenziell höher ist als das von BA.1".

BA.2 gilt in der Debatte um mögliche Corona-Lockerungen als Unsicherheitsfaktor, weil der Subtyp als noch leichter übertragbar gilt. Unter anderem in Ländern wie Dänemark hat sich BA.2 schon stark ausgebreitet. 

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam