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Experten: Lockdowns nur am Beginn der Pandemie sinnvoll

01. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Der Abschlussbericht der deutschen Corona-Kommission kommt zum Schluss, dass Lockdowns nur am Beginn einer Pandemie sinnvoll seien und eine generelle Maskenpflicht nicht zu empfehlen sei.

Lockdowns könnten die Ausbreitung des Erregers zwar zu Beginn einer Pandemie eindämmen und seien daher "sinnvoll". Dieser Effekt lasse aber schnell nach, heißt es im Abschlussbericht, den das Gremium Freitagmittag vorstellt und der der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. 

Der Effekt von 2G- oder 3G-Zugangsbeschränkungen sei in den in den ersten Wochen nach der Boosterimpfung oder der Genesung hoch. "Der Schutz vor einer Infektion lässt mit der Zeit jedoch deutlich nach." Deshalb empfehlen die Experten: Sollte sich die Politik wieder einmal zu solchen Zugangsbeschränkungen gezwungen sehen, so solle sie bei den derzeitigen Varianten und Impfstoffen in jedem Fall eine Testpflicht auch für Geimpfte einführen.

Richtiges Tragen der Maske entscheidend

Die Maskenpflicht könne zwar "ein wirksames Instrument in der Pandemiebekämpfung" sein. Entscheidend sei aber, dass Masken richtig getragen würden - und das müsse der Öffentlichkeit klarer gemacht werden als das bisher der Fall gewesen sei. "Eine schlechtsitzende und nicht eng anliegende Maske hat jedoch einen verminderten bis keinen Effekt." Ob die Schutzwirkung von FFP2-Masken gegenüber medizinischen Masken (OP-Masken) wirklich besser sei, könne man nicht sagen.

Abschlussbericht mit begrenzter Aussagekraft

Nach Einschätzung der Experten hat der Abschlussbericht allerdings nur eine eingeschränkte Aussagekraft, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Es fehlten Daten und eine fachübergreifende begleitende Forschung, um die Wirkung einzelner Regelungen genau untersuchen zu können, schreiben sie. Außerdem habe die Kommission zu wenig Zeit gehabt und zu wenig Personal bekommen, um eine "umfassende Evaluierung" vornehmen zu können.

Quelle: Redaktion / msp