APA - Austria Presse Agentur

Gartlehner: Geimpfte sollten wieder zu K1-Personen werden

09. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Für den Fall, dass die 2G-Regel die Lage nicht verbessert, sollten Geimpfte, deren Impfung länger als sechs Monate zurückliegt, als K1-Personen eingestuft werden, sagt Epidemiologe Gerald Gartlehner.

Sollte die 2G-Regel nicht die gewünschten Effekte erzielen, so gäbe es noch "einige Stellschrauben, an denen wir drehen könnten", sagt der Epidemiologe Gerald Gartlehner im "Ö1-Morgenjournal". Eine Quarantäne für Geimpfte sei nur eine Möglichkeit. Von "kürzlich publizierten Studien wissen wir, dass Geimpfte auch anstecken können", meint er im Interview. Zudem hätten Geimpfte kurzzeitig eine "Spitzenviruslast", vergleichbar mit der Ungeimpfter. "Das geht dann sehr schnell wieder zurück, aber kurzzeitig können sie dann auch sehr ansteckend sein", erklärt Gartlehner.

Daher könnte der nächste Schritt auch eine Maßnahmen-Verschärfung für Geimpfte vorsehen. "Geimpfte, deren Impfung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten dann nicht mehr als K2, sondern müssen auch wieder in Quarantäne und gelten als K1-Personen", sagt der Epidemiologe.

Bereits im September forderte Gartlehner einer Maßnahmen-Verschärfung.

Erststiche kommen "für diese Welle zu spät"

Vor allem in Oberösterreich sei die Lage in den Intensivstationen nahe der kritischen Auslastung. Noch sei aber "etwas Raum". "In den nächsten Wochen, also in den nächsten zehn Tagen, sollten wir einen Effekt von 2G sehen. Wenn das nicht der Fall sei, dann müsste sich Oberösterreich überlegen, was die nächsten Schritte sind", sagt Gartlehner.

Laut dem Epidemiologen brauche es vor allem für den Drittstich eine "starke Kampagne". Wie das Beispiel Israel zeige, könne so die Immunität innerhalb von zehn Tagen gesteigert werden. Für "diese Welle zu spät" kommen daher die Erstimpfungen, denn deren Immunität stelle sich erst in fünf bis sechs Wochen ein.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea