APA - Austria Presse Agentur

Deutschland: Womöglich über 8.500 Menschen mit Kochsalzlösung geimpft

10. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Im deutschen Niedersachen hatte im April eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums den Corona-Impfstoff durch eine Kochsalzlösung ersetzt. Nun sollen weitaus mehr Menschen davon betroffen sein als bisher angenommen.

"Es geht um insgesamt 8.557 Menschen, die womöglich ganz oder teilweise keinen Impfschutz erhalten haben, obwohl sie davon ausgehen", sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Es betreffe 9.673 Impfungen, die im Zeitraum vom 5. März bis zum 20. April durchgeführt wurden. Um die möglicherweise fehlende Impfungen nachzuholen, werden die Betroffenen nun vom Landkreis Friesland angeschrieben.

Mitarbeiterin wollte Fehler vertuschen

Ende April hatte eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums bei Schortens eingeräumt, sechs Spritzen statt mit dem Biontech-Impfstoff mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Ihr soll zuvor beim Anmischen ein Fläschchen mit dem Vakzin heruntergefallen sein, was sie anschließend vertuschen wollte. Danach wurde der Impfschutz von mehr als 100 Menschen, die an diesem Tag geimpft wurden, zunächst mit Antikörpertests überprüft.

Nun steht laut Polizei der Verdacht weiterer Fälle im Raum. Wie der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, Peter Beer, bei der Pressekonferenz sagte, müsse nach Zeugen-Aussagen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" davon ausgegangen werden, dass innerhalb des Zeitraumes weitere Menschen anstelle des Impfstoffes Kochsalzlösungen erhalten haben. "Wir haben den begründeten Verdacht für eine Gefahr", sagte Beer. Die Frau schweigt zu den Vorwürfen. Der Zeitraum und die genaue Zahl der Betroffenen lasse sich daher nicht weiter eingrenzen.

Quelle: Agenturen