APA - Austria Presse Agentur

Deutschland: Kochsalzlösung statt Impfstoff gespritzt

25. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Im deutschen Niedersachsen soll eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums in sechs Fällen den Corona-Impfstoff durch Kochsalzlösung ersetzt haben. Die Polizei ermittelt. Die Mitarbeiterin wurde entlassen.

Der Vorfall soll sich am Mittwoch im Impfzentrum Friesland in deutschen Niedersachsen ereignet haben. Einer Mitarbeiterin sei bei der Vorbereitung der Spritzen für die Corona-Impfungen eine Ampulle des BioNtech-Impfstoffs auf den Boden gefallen und dabei zerbrochen sein. Um den Vorfall zu vertuschen, habe sie nur die zur Verdünnung vorgesehene Kochsalzlösung in die Spritzen aufgezogen haben. Das teilte der Leiter des Impfzentrums am Sonntag mit.

Mitarbeiterin entlassen

Die Mitarbeiterin soll den Vorfall später einer Kollegin mitgeteilt haben. Diese habe daraufhin die Verantwortlichen informiert. Bei der anschließenden Aussprache habe die Mitarbeiterin "alles zugegeben", sagte der Leiter des Impfzentrums. Sie sei von ihren Tätigkeiten sofort entbunden worden und mittlerweile vom Deutschen Roten Kreuz gekündigt worden.

200 Menschen kommen infrage

Unklar ist, welche Personen die Kochsalzlösung statt des Impfstoffs erhalten haben. Infrage kommen 200 Personen, die sich am Mittwochvormittag impfen ließen. Für die Betroffenen besteht keine gesundheitliche Gefahr durch die Verimpfung der Kochsalzlösung.

Die 200 Personen werden nun kontaktiert. Sie sollen getestet werden, um festzustellen, welchen Impfwilligen die Kochsalzlösung verabreicht worden ist. Es ist nicht auszuschließen, dass auch korrekt geimpfte Personen beim Antigentest keine Antikörper aufweisen. Von daher könnten auch mehr als die sechs Personen erneut geimpft werden. Die Impfung dieser Personen soll drei Wochen nach dem ursprünglichen Termin am 12. Mai erfolgen.

Ermittlungen wegen Verdachts der Körperverletzung

Die Polizei Wilhelmshaven hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet. Laut dem Polizeisprecher hat die Frau bei ihrer Vernehmung umfänglich ausgesagt. Als Motiv habe sie angegeben, so gehandelt zu haben, um nicht über die heruntergefallene Ampulle informieren zu müssen. 

Quelle: Redaktion / apb