Virologin erklärt, welche Impfstoffe wie gut gegen Omikron schützen

09. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Den besten Schutz gegen die Omikron-Variante hätten laut Virologin Janine Kimpel Genesene mit zusätzlichem Impfschutz. Der 3. Stich mache den Unterschied. Auch Biontech-Geimpfte hätten einen gewissen Schutz, AstraZeneca hingegen schütze nur als Kreuzimpfung.

"Wir sehen, dass die Omikron-Variante schlechter neutralisiert wird von den Geimpften", eine gewisse Neutralisation sei jedoch da, berichtet Virologin Janine Kimpel von der MedUni Innsbruck über die neuesten Forschungsergebnisse zur neuen Corona-Variante. Am besten seien die Werte bei Genesenen, die gleichzeitig geimpft sind.

"3. Impfung macht den Unterschied"

Man solle sich die Booster-Impfung auf jeden Fall holen, wenn der Zweitstich schon länger als vier Monate her ist, denn es würde noch einige Monate dauern, bis der angepasste Impfstoff in großen Mengen erhältlich sein wird. "Die 3. Impfung macht den Unterschied", so die Virologin. Es spreche "nichts dagegen, im Frühjahr, Sommer, Herbst nächsten Jahres" eine erneute Auffrischung mit dem angepassten Impfstoff zu holen. 

"Bei Biontech sehen wir Neutralisationen, bei AstraZeneca nicht."

Man habe Daten von Biontech- und AstraZeneca-Geimpften ein Monat nach der Impfung verglichen. "Bei Biontech sehen wir Neutralisationen, bei AstraZeneca nicht." Moderna-Werte habe man vier bis sechs Monate nach der Impfung analysiert. Hier sei die Neutralisation "sehr sehr schlecht". Das könne natürlich auch an der verstrichenen Zeit liegen und spreche für einen 3. Stich. 

Kreuzimpfungen "relativ gut"

Bei "Kreuzgeimpften", die zuerst mit AstraZeneca und dann mit Biontech immunisiert wurden, sei der Impfschutz "relativ gut". Zu Johnson&Johnson-Impfungen liegen noch keine Daten vor. Sie vermutet, dass dort die Lage ähnlich wie bei AstraZeneca sei. 

Noch sei nicht sicher, ob sich Omikron gegen Delta durchsetzen kann.

Valneva: "Relativ leicht" anpassbar

Vor der Zulassung für den Totimpfstoff Valneva geht Kimpel davon aus, dass er "relativ leicht" für die neue Variante anpassbar sei. 

Jährliche Auffrischungen? "Das weiß man noch nicht"

Wie lange der Impfschutz bei der 3. Dosis anhält, wisse man noch nicht. Noch sei also nicht klar, ob man eine 4. oder 5. Dosis brauchen wird. Kontrollieren könne man das Virus erst, wenn jeder eine gewisse Grundimmunisierung haben wird. "Bis wir dahinkommen, brauchen wir einen relativ hohe Impfrate", um Intensivstationen nicht zu überlasten. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam